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- 29.10.2009: The Fon´s waterturbine and a big suprise for the Germans (by Edwin)
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- 2.7.2009: Eine weitere Etappe ist geschafft: 30 Teilnehmer in Buea lernen Windturbinenbau
- 1.6.2009: Bücherflohmarkt zugunsten von Green Step in Wolfratshausen
- 28.5.2009: Endlich: Die Windturbine in M’muock läuft! Und die Palastfrauen bekommen Strom aus der Steckdose!
Infos zum Projekt
Das erste Windrad in M’muock
Am zweiten November 2008 war es soweit – die Bevölkerung von M’muock sah ihr erstes Windrad, das in Kamerun von GREEN STEP produziert wurde. Johannes hatte in Buea das erste Windrad fertig gestellt und bei einer Veranstaltung im Palast des Fon (= Chief) präsentierten wir den Bürgern von M’muock Fosimondi das geplante Ausbildungsprojekt, das wir gemeinsam mit MUDECA (das Dorfentwicklungskomitee) und Nkong Hilltop ausgearbeitet hatten.
Die Menschen klatschten als Johannes bei der öffentlichen Vorführung eine Glühbirne, die durch das Windrad betrieben wurde zum Leuchten brachte. Damit ist das Projekt nun offiziell in M’muock gestartet.
Bis zum 7. Dezember können sich interessierte Handwerker aus dem Dorf nun bei MUDECA anmelden und dann an der Ausbildung, die am 8. Dezember beginnt teilnehmen. Die Auswahl der Handwerker überlassen wir ganz MUDECA, da sie ihre Leute am besten kennen. Bei der Auswahl werden die Sub-chiefs – also diejenigen, die die Angelegenheiten pro Dorf-Viertel regeln eine wichtige Rolle spielen. Sie waren auch am Sonntag alle dabei und haben das Windrad bewundert.
Meeting the Fon
Nach einer nächtlichen Fahrt ins Dorf am Freitagabend und einem ersten Treffen mit dem Fon (incl. 2 Flaschen Wein, die er uns anbot) hatten wir am Samstag gemeinsam mit dem Fon das Projekt noch mal durchgesprochen und er hatte ein paar gute Ideen und Anmerkungen zum Projektablauf eingebracht und wir haben so den Projektplan noch ein wenig angepasst.
So hatte er z.B. die Idee, dass man am besten einen Handwerker pro Quarter (also pro Dorf-Viertel) aussucht, so dass jeder Dorfteil von einer Anlage, die die Handwerker während der Ausbildung anfertigen profitiert. Wir haben diese Idee gleich mit aufgenommen. Er hatte zudem die Idee, dass so auch jedes Viertel zu den Materialien beitragen kann, die der Handwerker für die Ausbildung braucht. Dies bedeutet zwar eine Anpassung unseres Projektplans, der ja eigentlich einen Mikrokredit mit Ansparen zum Kauf der Materialien für die Handwerker vorsah, macht aber den Prozess auch einfacher. Gleichzeitig wird so auch aus jedem Dorf-Viertel sozialer Druck auf die Handwerker ausgeübt, beim Training dabei zu bleiben. Die Dorf-Viertel werden nicht alles beitragen, aber einen großen Teil und den Rest wird MUDECA übernehmen. Wir finden die Idee sehr gut und werden das nun so anpassen.
Projektanpassungen – Demonstrationsanlagen
Wir sprachen zudem mit ihm über die Demonstrationsanlagen, die wir am 7./8. Dezember im Dorf aufbauen wollen. Eine kleine Änderung wird es geben, da der Hügel, den wir eigentlich für die Windkraftanlage vorgesehen hatten, leider einem Grenzkonflikt (der vor Gericht ausgetragen wird) mit dem Nachbardorf unterliegt. Dies ist aber kein Problem, da es noch andere geeignete Standorte gibt. Wir haben der Dorfgemeinschaft aber schon erklärt, welche Vorraussetzungen das Windrad braucht. Alles weitere werden die Leute von MUDECA und die Dorfbewohner klären.
Wir sprachen außerdem darüber wie die Demonstrationsanlagen (1 x Wind und 1 x Wasser) finanziert werden sollen. Der Fon fand unsere Idee, dass die Begünstigten einen kleinen Batterieaufladebetrag zahlen sehr gut – dieser Beitrag soll dann ebenfalls den Handwerkern, die an der Ausbildung teilnehmen, zu Gute kommen (bzw. soll an MUDECA für die Unterstützung der Handwerker gehen). Auch das ist wieder eine kleine Änderung des Projektplans – macht es aber auch wieder einfacher und besser für alle Beteiligten. Anpassungen sind oft nötig, denn als wir das Projekt geplant hatten sind wir von deutschen Ideen ausgegangen und kannten die kulturellen Hintergründe und Gepflogenheiten noch nicht so genau. Zudem hat Johannes festgestellt, dass es besser ist, wenn die Handwerker die Materialien selbst einkaufen und mitbringen, da er selbst sie immer nur zu einem viel höheren “whitemen-Preis” bekommt.
Wir finden es insgesamt sehr interessant und wohltuend, dass nun in der engen Zusammenarbeit und im Austausch mit unseren Projektpartnern kleinere Modifikationen am Projektplan vorgenommen werden, die das Projekt zu einem wirklichen Kooperationsprojekt und vor allem zu einem Projekt der Bevölkerung von M’muock machen. Es macht wirklich Spaß mit allen vor Ort so eng zusammen zu arbeiten.
Die Grundschule – leider keine Demoanlage
Leider können wir nicht wie geplant die Demonstrationsanlage auf der Grundschule aufbauen, da diese zum einen den Standort gewechselt hat und zudem haben wir heraus gefunden, dass es insgesamt sechs Schulen im Dorf gibt und wir finden es schwierig zu entscheiden, welche der Schulen dann profitieren soll. Wir haben uns zudem länger mit dem Direktor der secondary school, die es seit kurzem dort gibt, unterhalten und dabei erfahren, dass die Schule von einer Dorfbewohnerin, die in den USA lebt, PCs gespendet bekommen hat und einen großen Benzingenerator.
Diese große Anzahl an PCs könnten wir mit unserer Anlage nicht betreiben, daher macht es auch dort keinen Sinn. Generell waren wir von der ganzen Idee alte Pentium II PCs, die kurz vorm Zusammenbruch stehen und die kostspielig mit einem Dieselgenerator betrieben werden muessen, ins Dorf zu bringen. Das Ganze macht fuer uns wenig Sinn, da sich in der Schule auch keiner der Lehrer mit PCs auskennt und sie am Ende wohl ziemlich bald auf dem Schrott - sprich im Feld landen werden. Aber geben wir den PCs mal eine Chance - evtl. ergibt es sich ja doch ganz anders und sie haben eine gute Wirkung. Wir sind bei solchen Projekten immer sehr skeptisch, da wir sehen wir schwer es selbst in Buea ist einen halbwegs funktionierenden und nicht Virenverseuchten PC zu finden, den derjenige der ihn benutzen soll auch tatsaechlich bedienen kann… Nun ja - wir werden sehen…
Uns sind jedoch gemeinsam mit dem Direktor ein paar Ideen gekommen, was einen Umwelt-Club in den Schulen anbelangt. Dieser soll sich mit den Thema Elektronik-Müll, erneuerbare Energien und extensive Landwirtschaft befassen und das wenn möglich in einem internationalen Austausch mit einer deutschen Schule – das Projekt ist noch in Planung.
Zuerueck zur Demoanlage - es gibt inzwischen zudem eine art technische Schule im Dorf, mit der wir uns auch gerne unterhalten möchten – evtl. ergibt sich hier eine Möglichkeit einen der Lehrer mit in unser Ausbildungsprogramm einzuplanen, der dann mit den Schülern gemeinsam selbst eine Anlage herstellen kann.
Insofern wird keine der Schulen im Moment direkt von Strom profitieren, aber wir werden sie in das Projekt kräftig mit einbinden.
Aber zurück zum Wochenendbesuch… Nach der Besprechung mit dem Fon ging es weiter mit sozialen Verpflichtungen, die vor allem viel Bier beinhalteten – was die nächste “Lesson Learned” für mich ist – denn ab jetzt bestelle ich nur noch sweet drinks
. Da ich aber an dem Tag auch Geburtstag hatte, was außer Johannes und Edwin niemanden zu beeindrucken schien (hier feiert man einfach mehr die Beerdigung als Geburtstage), war das also gleichzeitig meine Geburtstagsfeier. Der Fon lud uns erst in seinen Palast ein, wo wir ein Bier mit ihm trinken sollten und wo uns ein Mädchen aus dem Palast das Familienfotoalbum zeigte. Danach ging es weiter in die Bar beim Palast, wo nach und nach die Notables (Dorfälteste und alles was noch Rang und Namen hat) und Subchiefs eintrafen, die sich natürlich auch alle nicht lumpen lassen wollten und jeder brachte einen Kasten Bier mit.
Da saß ich also an meinem Geburtstag in einer Bar als einzige Frau und musste Bier trinken und zwar eine Menge! – denn zu jedem Kasten gab es eine Ansprache, die beinhaltete, dass wir jetzt auf gar keinen Fall heimgehen können, sondern diese Drinks nun teilen müssen. Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen… Das Bier zeigte jedoch seine Wirkung und ich versprach mein erstes Kind nach Fosimondi zu benennen und zeigte nach dem 4ten Bier den Jungs wie man eine Bierflasche mit einem Feuerzeug aufmacht… sie waren beeindruckt
Froh waren Johannes und ich, als auch der Fon endlich genug hatte und wir ins Bett durften
Das Event am 2. November
Wir hatten Glück, dass genau zu dem Zeitpunkt, an dem wir die erste öffentliche Präsentation starten wollten, ein großes Event im Dorf geplant war. Der M’muock Atheltics Club (Sport Club) wurde offiziell gegründet und gleichzeitig wurde an dem Tag für das Krankenhaus (siehe letzter Bericht vom 29.10.) das vierte Mal Spenden gesammelt (an dem Tag wurden 4 Millionen CFA gesammelt). Um 7.30 Uhr ging es los – 35 Jungs und Mädels aus dem Dorf rannten vom Palast zum Markt und zurück – der schnellste war in 1h30min wieder da – für eine Strecke von ca. 25 km bergauf und bergab. Um 14.00 Uhr ging dann der offizielle Teil los mit einer Ansprache des Fon, der Spendensammelaktion – die wohl leider nicht so prickelnd geplant war, da keiner so genau wusste, wie das Ganze von stattenfinden sollte und wir uns ca. 2 h lang Listen von Namen und Beträgen anhören mussten. Irgendwann wurde es dann allen zu blöd und keiner hörte mehr richtig zu und erst als Johannes aufsprang, um auch eine kleine Spende zu geben war die Aufmerksamkeit wieder da. Es war uns schon etwas unangenehm, dass ein so großes Aufsehen um uns gemacht wurde, während des ganzen Besuchs, aber das ist nun mal die dortige Kultur und Tradition – auch die Geschäftsmänner aus Buea und Bamenda wurden hoch verehrt. Als nach 2 Stunden immer noch nicht alle ihre Spende abgegeben hatten, wurde beschlossen, gleichzeitig mit dem weiteren Programm fortzufahren und Johannes und ich mussten eine kleine Rede halten und haben das Windrad vorgeführt. Die Leute waren wirklich begeistert und einige Handwerker haben sich bereits kurz danach für die Ausbildung interessiert und angemeldet.
Nach unserer Präsentation gab es dann noch die Übergabe der PCs an die Schule und dann wurden die Sportler geehrt. Die Idee des Klubs ist wirklich toll, denn Sport macht dort in den Dörfern wirklich einen Unterschied – es ist eine Möglichkeit für die Jugendlichen etwas Sinnvolles zu tun. Und gerade weil es ja in Kamerun auch den Mount-Cameroon-Race gibt, der mit 5 Mio CFA (7300€) dotiert ist, für das man trainieren muss, ist es eine weitere Möglichkeit um Anerkennung für Leistung zu bekommen. Im M’muock Atheltics Club wurde die Schnellste und der Schnellste mit 25.000 CFA ausgezeichnet, der/die Zweite mit 20.000 CFA, die/der Dritte mit 15.000 usw. und selbst der/die letzte bekam 1000 CFA (die Höhe der Anmeldegebühr).
Um 17.00 Uhr war dann alles vorbei (wobei der Fon eigtl. um 14.00 Uhr schon heim wollte und daher eigtl. alle gebeten hatte früher anzufangen, was nicht so ganz geklappt hat ;)) und wir fuhren um 19.00 Uhr zurück nach Dschang wo mal wieder das Auto streikte um 23.00 Uhr – so mussten wir also die Nacht in Dschang verbringen… Denn wir wollten am nächsten Tag weiter nach Bafoussam einige Projekte besuchen – dazu aber mehr im zweiten Blogbericht.
Alles in allem hatten wir mal wieder eine wunderschöne Zeit im Dorf. Wir waren von Freitag bis Sonntag dort, und haben diesmal im Haus des Fon geschlafen, da das Event ja im Palast war, der 7-8 km von unserem zweiten Domizil entfernt ist. Wir wurden rundum versorgt, haben viel Traditionelles gegessen und uns mit vielen Leuten ausgetauscht. Ein gelungener Start für das Projekt im Dorf! So wie es aussieht werden wir auch weiterhin im Haus des Fons bleiben, da er die Palasträume (das ist nicht so, wie wir uns das vorstellen – der Palast gehört nicht allein dem Fon, sondern auch den Bürgern, ist wie so eine Art Gemeindehaus) für das Training und die Ausbildung zur Verfügung stellen möchte. Aber das wird sich noch zeigen.
Wie es weiter geht
Anfang Dezember werden wir mit denjenigen, die von den Demonstrationsanlagen profitieren ein Meeting abhalten, bei dem die Technik und Nutzung erklärt wird und alle Details besprochen werden. Vorher werden wir die Anlagen aber noch auf einer „agricultural show“ in Menji – das ist die Hauptstadt der Lebialem-Division vorführen und dabei evtl. sogar Handwerker aus anderen Dörfern für das Training anwerben, die dann ihre eigenen Materialien mitbringen müssen.
Und am 8. Dezember geht es dann los – mit den ersten Besprechungstreffen. Die Handwerker sollen dabei einen eigenen Rhythmus festlegen, wann die Trainings stattfinden sollen, damit sie nicht mit der landwirtschaftlichen Tätigkeit koinzidieren.
Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun – eine Wasserkraftanlage soll noch gebaut werden, Poster und Informationsblätter zu den Demoanlagen müssen gebastelt werden und das Umweltbildungsprojekt will gestartet werden!
Weiter geht es also mit viel Arbeit J
Mit lieben Grüßen aus Buea
Eure Cornelia
4.7.2010 bei 21:29
Sehr schöner Artikel. Ich finde, das Windenergie einfach die Energiequelle für die nächsten Jahre sein wird
Liebe Grüße,
Mike