| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Okt | ||||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | ||||
- Before departure (1)
- Christian in Kamerun (1)
- deutscher blog (33)
- english blog (14)
- Erneuerbare Energien Projekt-Updates (1)
- Neues vom Verein (10)
- News from Germany (4)
- Private Geschichten (1)
- project reports from Cameroon (9)
- Projektberichte aus Kamerun (21)
- startsocial - Wettbewerb (3)
- Vor der Abreise (1)
- 29.10.2009: Kamerunsche Windkraft-Kleinunternehmer gehen mit Hilfe von Mikrokrediten in die Produktion (von Christian Dahle)
- 29.10.2009: Erste Eindrücke aus Buea von Christian Oktober 2009
- 29.10.2009: The Fon´s waterturbine and a big suprise for the Germans (by Edwin)
- 19.7.2009: Nass war's und windig auf dem Streetlife Festival
- 19.7.2009: Besser war's da in Neuendettelsau am 19. Juli...
- 10.7.2009: Bilder von Global Wind Day in Buea und vom Windturbinenworkshop
- 10.7.2009: WIND TURBINE TRAINING WORKSHOP – 30th MAY TO 14th JUNE 2009
- 2.7.2009: Eine weitere Etappe ist geschafft: 30 Teilnehmer in Buea lernen Windturbinenbau
- 1.6.2009: Bücherflohmarkt zugunsten von Green Step in Wolfratshausen
- 28.5.2009: Endlich: Die Windturbine in M’muock läuft! Und die Palastfrauen bekommen Strom aus der Steckdose!
Infos zum Projekt
Man kann halt leider doch nicht auf alles vorbereitet sein
Meist kommt es anders als man denkt – nun suchen wir ein neues Dorf
Zuerst der Enthusiasmus
Nach unserem letzten Besuch im Dorf Anfang November waren wir enthusiastisch und haben uns danach so richtig in die Arbeit gestürzt – los ging es mit den Vorbereitungen für die Demonstrationsanlagen, Meetings mit dem President von MUDECA und Vorbereitungen für den Agric Fair in Menji Anfang Dezember wo wir unsere Turbinen und unser Projekt ausstellen sollten.
Überarbeitet haben wir uns – so sehr, dass Johannes dann kurz vor der Abreise nach Menji mit Rückenproblemen 3 Tage im Bett bleiben musste… daraus haben wir natürlich nun gelernt und gehen alles wieder ein wenig mehr im afrikanischen Rhythmus an – denn es bringt ja nichts, wenn wir uns komplett aufarbeiten und dann das Bett hüten müssen J
Gearbeitet haben wir auch an unserem Projektzwischenbericht, den wir Ende November an unsere Förderer gesendet haben und den wir demnächst auf unsere Website zum Download stellen werden.
Meist kommt es erstens anders und zweitens als man denkt – demotivierte Tage im Projekt
Alles schien nach Plan zu laufen – bis wir kurz nach Versand des Berichts die Nachricht aus M’muock Fosimondi erhielten, dass das Dorf einen Transformator erhalten hatte und im nächsten Jahr an das nationale Stromnetz angeschlossen werden soll. Das war erst mal ein Schock! Darauf folgten schlaflose Nächte, endlose Diskussionen und „fact-finding missions“ wie denn das passieren konnte, ohne dass wir davon auch nur den Schimmer einer Ahnung hatten. Generell ist es natürlich positiv zu bewerten, dass das Dorf nun Strom bekommt – denn Strom bringt ja bekanntlich Entwicklung, doch für unser Projekt ist das leider eine Art Todesstoß, denn unsere Anlagen können mit dem subventionieren Strom von AES-Sonel nicht konkurrieren und die von uns dann ausgebildeten Handwerker hätten keinerlei Absatzmarkt im Dorf. Demotivation machte sich bei mir und Johannes breit – gerade eben hatten wir uns noch voller Eifer in die Arbeit gestürzt und nun schien alles für die Katz zu sein. Sauer waren wir auch, denn wieso hatte uns niemand über diese geplante Entwicklung informiert? Wurde mit uns gespielt? Fragen über Fragen und keine schnellen Antworten zu finden.
Ein Auf und Ab der Gefühle
Unsere erste Reaktion also – Schock, dann: wir müssen das Projekt einstellen – dann: unsere Mitglieder, Spender und Förderer werden uns nie glauben, dass wir davon nichts mitbekommen haben, sie werden ihr Geld zurück wollen und wir können es ihnen nicht verdenken. Schlaflose Nächte darüber, was wir da nur falsch gemacht hatten… dann: irgendwie muss es weiter gehen, besser keine vorschnellen Entscheidungen treffen…
Unsere Partner Nkong Hilltop und MUDECA baten uns zunächst einmal das Programm beizubehalten und erstmal ins Dorf zu fahren und uns anzusehen, wie die Stimmung dort ist. Da die Abreise nicht fern lag, stimmten wir zu und machten uns weiterhin so unsere Gedanken und sahen die Möglichkeit evtl. ein zweites Dorf schon früher mit ins „Programm“ zu nehmen. Zudem machten wir uns an die Vorbereitungen für die Landwirtschaftsshow, denn diese war nun eine Chance ein weiteres interessiertes und geeignetes Dorf zu finden.
Los ging es also am 4. Dezember nach Menji. Nachdem wir am Tag vor der Abreise Edwin noch eine kleine Schulung in „Wie mache ich Plakate, die Menschen auch verstehen“ gegeben hatten (seine Schriftgröße: 12 -und jede Menge Details, die keiner versteht). Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass er so etwas noch nie gemacht hatte – es aber nicht zugeben wollte, als ich ihn vorher gefragt hatte, ob er das kann und schafft.
Das ist etwas, was wir erst so langsam raus finden – jeder kann hier immer alles, denn Fehler bzw. Unwissen kann man speziell als Mann auf gar keinen Fall zugeben… Das heißt aber auch, dass wir sie alle immer erstmal probieren lassen müssen und dann hinterher noch mal gemeinsam daran arbeiten müssen – was alles etwas langwieriger und oft auch schwieriger gestaltet… Auch das Bohren mit der Bohrmaschine lernt er erst in diesem Foto.
Eine Lehrfarm
Ab nach Menji – zur Landwirtschaftsshow. Diesmal mit einem Fahrer – Sylvester. Der Gute hielt dann auch zwischendurch einfach mal an und verschwand - zum Mittagessen, wie er uns hinterher erzählt – wieso auch uns informieren? Kommunikation – ein anderes spannendes Thema in Kamerun J.
Übernachten konnten wir in Menji bei Vincents (Nkong Hilltop CEO) Bruder. Ein sehr angenehmer Zeitgenosse, er war Lehrer und ist nun in Rente und hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf seinem Grundstück Erfahrung in Viehzucht zu sammeln und dieses als eine Art Lehrfarm für das Dorf auszustatten. Er hält dort alle möglichen Sorten Hühner, Schweine, Hasen, und Bushmeat – Canerat und Porcy pine. Er zeigte uns seine Ställe, erklärte die Herausforderungen und seine Vision von einer Lehrfarm, damit nicht alle immer nur Yam und Cassava anpflanzen. Die Vision kann er sicherlich erreichen – denn er hat schon wirklich viel geschaffen.
Hier ein paar Fotos:
mhmhm lecker schnecken
Canerat
Porcypine
Er glaubt nicht an Hexerei!
Generell waren die Unterhaltungen mit ihm wirklich angenehm: Er ist der zweite Mensch in Kamerun, dem wir begegnet sind, der nicht an Hexerei glaubt und diese nicht als Ursache der Übel von Kamerun sieht… und damit der Ansicht ist, dass Veränderung tatsächlich möglich ist und nicht im Beten liegt. Das soll nun nicht heißen, dass Beten schlecht ist – er ist Sohn eines katholischen Katechisten und sehr gläubig. Aber dadurch, dass er der Ansicht ist, dass die Probleme von Menschen gemacht sind und nicht durch übernatürliche Kräfte, kann er auch den Glauben an Veränderung haben. Den Glauben den viele, speziell der Generation Biya (die Jugend, die nur unter Biya aufgewachsen ist) schon aufgegeben haben und die Verantwortung an Gott, Prediger oder an den weißen Mann abgegeben haben…
Zurück zu Menji: Am 5. Dezember ging es zur Show – leider regnete es den ganzen Tag, und der Landwirtschaftsminister wollte auch ganz schnell wieder heim in sein schönes Jaunde. Er hechtete über das Feld mit den Ständen und jeder Standbesitzer hechtete ihm hinterher, um ihn mit ein paar Worten über das jeweilige Projekt oder die Farmmethode zu bewerfen. Ob er überhaupt was mitbekommen hat – fraglich – aber er war da. Das Gerücht wegen des Regens – der absolut unnatürlich für Dezember war- war natürlich gleich, dass die Leute von Menji das Wetter verhext hatten, damit der Minister mal sieht, was für schlechte Straßen nach Menji führen und wie sehr die Leute drunter leiden. Erst als klar war, dass es überall im Südwesten geregnet hatte, ebbte das Gerücht ab…
Wir hatten an unserem Stand trotz des Regens regen Besucherstrom und Edwin konnte sich als “Projektverkäufer“ beweisen – was er wirklich gut gemacht hat. Wir haben nun einige interessierte Dörfer und sind gerade dabei diese weiter auszuwerten, um zu sehen, welches als Nachfolgedorf geeignet sein könnte.
M’muock, der Transformator und „bring M’muock on a map“
Nach der Show und den äußerst erfreulichen Gesprächen, hatten wir schon fast wieder vergessen, was uns im Dorf erwartete – der Transformator. Und damit es auch wirklich grotesk wird – er steht direkt in „unserem“ Garten in M’muock – da möchte man dann doch fast an Hexerei glauben, oder ;)?
Hier ist er also:
4 weitere sind geplant für 2009, das erfuhren wir im Dorf. Und auch das Krankenhaus wird 2009 mit 70 Mio. CFA vom Staat unterstützt. Für uns stellte sich natürlich die Frage, warum man dann von dem Transformator, der jetzt da ist im Vorhinein nichts wusste, hatten wir doch sowohl Nkong Hilltop als auch MUDECA seit Dezember 2007 gebeten, genaue Nachforschungen anzustellen, was für das Dorf im Bereich Energie geplant ist… Wir begannen uns zu fragen, ob wir nicht „verarscht“ worden waren, da viele nun davon sprachen, dass das Projekt weiter gehen sollte, weil es wichtig sei, „to put M’muock on a world map“.
Wurden wir vergaukelt?
Uns war aber klar – das geplante Training macht hier keinen Sinn mehr. Edwin wollte das aber nicht so ganz akzeptieren und auch andere nicht – aus den genannten Gründen: Die Bevölkerung hatte Angst, dass der weiße Mann mit den Taschen voll Geld nun wieder verschwindet und sie nichts abbekommen – so kam es uns zumindest teilweise vor. Das werfen wir niemanden persönlich vor, aber wir mussten dies nun in den Aussagen der Bevölkerung mit berücksichtigen, wenn sie am Projekt festhalten wollten. Ihr Eigeninteresse, uns auf gar keinen Fall gehen lassen zu wollen, war gewachsen. Und darüber müssen wir uns hinwegsetzen – denn es ist nicht Ziel des Projekts „M’muock on a map“ zu bringen, sondern bedürftigen Dörfern zu helfen, die unser Projekt auch sinnvoll einsetzen können. Nicht das M’muock nicht bedürftig ist, aber zumindest ab 2009 nicht mehr im Bereich Energieversorgung – das Projekt dort muss sich ändern.
Nachforschungen im Ministerium
Zunächst waren wir ein wenig sauer und wollten das ganze Dorf „fallen lassen”, da wir das Gefühl hatten, dass man mit uns gespielt hatte und uns mit Absicht nicht mitgeteilt hatte, dass eim Transformator geplant war. Aber dies konnten wir in unseren Nachforschungen nicht verifizieren – alle Beteiligten in Kamerun waren genauso überrascht worden wie wir! Wir haben das nach der Heimkehr alles genauestens untersucht: Ich war im Büro des Ministeriums für Planung und ländliche Entwicklung für die Südwestprovinz in Buea und konnte dort Einsicht in das „Logbook“ – ein Buch in dem jedes Jahr festgeschrieben wird, was für welches Dorf von der Regierunge geplant ist (wie viele Klassenzimmer, Stühle, Tische, Transformatoren usw. geplant sind) – nehmen und dort steht nichts von einem “Rural Electrification Plan” für M’muock Fosimondi. Allerdings etwas von einem Plan für das Nachbardorf. Auf die Frage, was der Delegate denkt, wie das passiert ist, sagte er mir, dass der Auftragnehmer, der das Projekt im Nachbardorf durchführt Anweisungen bekommt, die u.a. Kilometerzahlen beinhalten. Wenn er dies nicht in einem Dorf ausführen kann, sendet er den Transformator ins nächste Dorf. Insofern ist es wohl so passiert, dass der Transformator nun in „unserem Dorf“ steht. Eventuell liegt es aber auch daran, dass das Dorf 20 Mio. CFA für das Krankenhaus gesammelt hat und nun der Staat denn Rest dazu gibt, warum nun Strom wichtig für das Dorf ist. Oder wir haben schlafende Hunde in den Ministerien geweckt, als wir sie über die Phase der Projektvorbereitungen über unsere Projektpläne informiert haben.
Treffen mit der Dorfbevölkerung
Aber zurück zum Ablauf: wir hatten für diesen Besuch Treffen mit Musa und Chief Fonang angesetzt – unsere zwei Projekthelfer im Dorf und Treffen mit den Begünstigten der Demonstrations-Windkraftanlage und der Demo-Wasserkraftanlage und mit den interessierten Handwerkern. Wir beschlossen, dass wir den Begünstigten und auch den Handwerkern alles ganz genau erklären: wie es ist und wie wir das Ganze sehen und sie dann intern diskutieren lassen, wie sie vorgehen wollen. Erstaunlicherweise wollten alle gerne so weiter machen wie ursprünglich geplant. Allerdings konnten sie sich vieles, was z.B. das Eintreffen von Sonel anbelangt, nicht so ganz vorstellen. Und die Handwerker waren vor allem an einem technischen Training (egal welcher Art) im Dorf interessiert. Sie sahen es als sehr positiv an, dass sie etwas lernen können, während sie gleichzeitig auf ihren Farmen arbeiten und dass sie lernen können, wie man die Kraft von Wind und Wasser nutzen kann. Auch den Umweltbildungsaspekt fanden sie interessant. Und die Idee einige Versuchsfelder mit biologischem Anbau zu testen gefielen ihnen, wenn sie auch skeptisch über den Erfolg sind. Wir nahmen ihre Meinungen auf und erklärten, dass wir uns weiter besprechen und uns im Januar noch einmal mit den Handwerkern treffen werden, um zu sehen, wie es weiter geht und ob wir andere technische Trainings, die nichts mit Elektrizität zu tun haben anbieten können.
Für die Demoanlagen hatten wir den Alternativplan, dass wir sie für drei Monate im Dorf testen lassen (auch um für uns Erfahrungen zu sammeln) und die Begünstigten dann nach 3 Monaten entscheiden können, ob sie die Anlagen kaufen möchten oder ob wir sie wieder mitnehmen. Sie werden also nicht an MUDECA gespendet.
Recherchen in Buea
Als wir zurück kamen, haben wir uns mit Dr. Kennedy, Vincent und Edwin mehrfach zusammengesetzt und alle Informationen darüber zusammen getragen, wer wann wie wo im letzten Jahr recherchiert hatte und wo der Fehler lag.
Was passiert ist noch mal im Überblick:
- Bereits 2006 wurden Strommasten im Dorf errichtet, allerdings gab es keinerlei Follow-Up oder einen Anschluss an das weiter entfernte nationale Stromnetz. Das Projekt wurde deaktiviert kurz nachdem es gestartet war und keiner ging nach der Privatisierung von AES Sonel davon aus, dass hieran weiter gearbeitet würde. Dies hätten wir in unserer Projektplanung mehr berücksichtigen müssen und übernehmen die volle Verantwortung für diese Missplanung und Naivität mit der wir in dieses Projekt gegangen sind. Dies soll uns eine Lehre sein!
- Für 2009 sind nun vier Transformatoren für das Dorf geplant, was wir im „Logbook“ – das ist das Buch in dem die Regierung bzw. das Parlament die Budgets bzw. die Projekte für jedes Dorf festlegt, verifizieren konnten.
- Ein Transformator ist bereits dort. Allerdings wurde dieser in keinem Dokument der Regierung oder von AES Sonel je erwähnt. Eventuell ist es ein Transformator, der 2009 installiert werden soll. Ich habe mir persönlich die Dokumente im Ministerium für 2008 angesehen – das Dorf taucht nirgendwo auf und niemand wusste davon.
Da es das Ziel des Projektes und auch unseres Vereins ist, „bedürftige“ ländliche Gebiete zu entwickeln, müssen wir die Schulung in erneuerbarer Energietechnologie in M´muock nun schon vor Beginn aus unserem Projektplan streichen. Schließlich macht es keinen Sinn eine weitere Stromversorgung in einem Dorf einzuführen, wenn es Hunderte anderer Dörfer mit ähnlichem Potential aber ohne Elektrizität gibt. Wie oben erwähnt können unsere Anlagenpreise und daher der Strompreis nicht mit nationalen Strompreisen von AES Sonel konkurrieren. Somit hätten die im Dorf ausgebildeten Handwerker keine Möglichkeit ihre Produkte an die Bewohner zu verkaufen.
Transparenz und der Plan B
Nach der „Factfinding Mission“ haben wir unsere Förderer und Mitglieder informiert und nun warten wir auf Antworten unserer Förderer wie es weiter gehen soll, da wir ihnen offen gelassen haben, die Gelder zurück zu verlangen, falls sie mit unserem Alternativplan nicht zufrieden sind. Sollte dies passieren, geht es trotzdem weiter, nur mit einem verkleinerten Budget und einem kleineren Projektumfang.
Hier noch mal der Plan B im Überblick:
- die fertig gestellten Demonstrationsanlagen sollen für eine Testphase von 3 Monaten in M’muock Fosimondi installiert werden und bleiben im Eigentum von GREEN STEP e.V., nach 3 Monaten können die Begünstigten entscheiden, ob sie die Anlage in Raten kaufen oder alles zurück geben möchten
- die interessierten Handwerker (inzwischen 18) werden nicht geschult, obwohl sie großes Interesse zeigen. Ihre Idee ist, in anderen Dörfern die Technologie zu verkaufen, allerdings ist dies nicht Sinn und Zweck des eigentlichen Projekts ( Schulung von Handwerkern in Dörfern in denen es keine Elektrizität gibt und damit Elektrifizierung des Dorfes). Sie können jedoch an Schulungen im neuen Dorf teilnehmen, falls sie dort hin reisen können. Falls es zeitlich irgendwie möglich ist, sollen jedoch technische Schulungen über andere alternative Technologie, wie Wasserpumpen oder der Bau von verbesserten Kochern o.ä. angeboten werden.
- die Umweltbildung und zusätzliche Versuchsfelder in nachhaltiger Landwirtschaft und Kompostierung werden weiterhin angeboten.
- Wir suchen ein weiteres Dorf in dem wir das Projekt so wie geplant umsetzen. Wir recherchieren diesmal noch gründlicher, was die nationalen Pläne zur Elektrifizierung dieses Dorfes sind. Die Projektverantwortung soll bei Nkong Hilltop liegen, so können wir unseren nachfolgenden Projektmanager bereits „hands on“ trainieren für die Umsetzung von Nachfolgeprojekten in den folgenden Jahren.
- die erhobenen Daten sollen genutzt werden um herauszufinden, ob die These – „Strom bringt Entwicklung“ in M’muock Fosimondi nach einem Jahr AES-Sonel zutrifft. Daher planen wir eine weitere Datenerhebung im Juni – Juli 2009 durchzuführen.
- alle weiteren Aktivitäten (Multiplikatorenschulung) bleiben wir geplant.
Eigentlich ist es doch eine gute Nachricht
Generell ist es -wie gesagt- positiv für das Dorf, dass es nun Strom bekommt und wir freuen uns für alle – und wir sind froh, dass wir mit den Trainings noch nicht begonnen hatten und somit nicht zuviel verloren haben. Die Erfahrungen, die wir bisher sammeln konnten, helfen das Projekt in einem zweiten Dorf wesentlich schneller voran zu bringen und die Testphase in M’muock wird helfen, die Anlagen noch weiter zu optimieren.
Ihr seht also – wir sind weiterhin guter Dinge, haben nun einen Plan B und werden weiter machen – diesmal noch ein wenig genauer recherchieren und so sogar noch mehr Menschen erreichen können. Und etwas Positives hat es auch: da wir ja die Projektverantwortung nach unserer Abreise an Nkong Hilltop abgeben möchten und sie dann selbst das Management übernehmen sollen, können sie dies nun bereits in unserer Anwesenheit erproben und wir können sie dabei begleiten!
Urlaubsreif
Nach all dem Chaos, Auf und Ab, 11-h-Arbeitstagen und kaum Zeit zum Durchatmen, werden wir ab 22.12. nun ein wenig Urlaub machen, um am 31.12. uns wieder auf nach Lebialem zu machen (gemeinsam mit Ed – einem Kanadier, dessen Organisation International Children Awarness in einer anderen Gegend tätig ist), um zu sehen, welche Möglichkeiten für andere Dörfer es gibt. Am 2. Januar sind wir dann wieder in M’muock um die Testanlagen aufzubauen und uns noch mal mit den Handwerkern zu treffen.
Johannes baut derzeit an den Batteriekästen und Schaltungen und ist auch froh, wenn die Demoanlagen bald fertig sind und ich hoffe inständig, dass er sich nicht wieder überarbeitet!
Nun wünschen wir euch frohe Weihnachten aus dem unweihnachtlichen Buea („I am dreaming of a White Christmas“ bei 30 Grad im Schatten wirkt das für uns einfach nicht ;)) und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Herzliche Grüße
Cornelia und Johannes
27.12.2008 bei 01:59
Sind die Tierchen auf der Lehrfarm etwa zum Aufessen gedacht? Auch die Porcypines und Schnecken????? *grusel* ;-)!