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- 28.5.2009: Endlich: Die Windturbine in M’muock läuft! Und die Palastfrauen bekommen Strom aus der Steckdose!
Infos zum Projekt
Unser Büro und die ersten Schritte im Projekt
Am Dienstag haben wir nun unser Projektbüro bezogen in der Campaign Street in Great Soppo Buea.
Zwar müssen wir uns vorerst einen Tisch teilen, und für das Internet brauchen wir noch ein Verteilerkabel, aber wir müssen nun immerhin nicht mehr von zu Hause aus arbeiten und haben so nun auch besseren Kontakt zu unserer Partnerorganisation und unserem Projektassistenten Edwin.
Edwin unser Projektassistent
Richtig gelesen – seit letzten Freitag haben wir für unser Projekt nun offiziell einen Projektassistenten von Nkong Hilltop. Er heißt Edwin und arbeitet seit einiger Zeit für Nkong Hilltop. Er hat auch schon im Vorfeld Recherchen für das Projekt betrieben – so hat er u.a. für uns das Energiegesetz von Kamerun besorgt und die Liste mit Kosten für Materialien und Werkzeug für unser Projektkonzept zusammengestellt. Zusätzlich kommt er aus unserer Projektgegend! Er wird nicht Vollzeit für uns arbeiten, sondern stundenweise – die restlichen Stunden arbeitet er dann wie gehabt für Nkong Hilltop.
Das ist eines der Ergebnisse unseres ersten Koordinationstreffens vom Freitag mit dem Manager von Nkong Hilltop Vincent und Edwin. Dort haben wir auch besprochen, dass wir ein kleines Büro bei Nkong Hilltop bekommen. Das seht ihr auf dem Foto, wir teilen es uns mit Edwin.
Edwin wiederum hat uns am MO gleich mal zum Mittagessen eingeladen – allerdings waren das schier unmögliche Portionen von Stew mit Rind, Bohnen und Reis für uns… Heute haben wir ihn dann zum Mittagessen eingeladen – zu Garri (getrocknete geriebene Casavawurzel mit Wasser, Salz und Palmöl wieder aufgekocht – sieht aus wie Kartoffelbrei in gelb, ist aber zähflüssiger) und Soup (die aus Okragemüse, Palmöl, Egussi (getrocknete Melonensamen) ein wenig Rind und Kiloweise Pepper besteht – meine Lippen brennen jetzt noch …) – aber daran gewöhnen wir uns schon noch! Genauso wie wir wohl auch Pidgin lernen müssen – denn im Dorf versteht uns sonst kaum einer. Jill – eine Deutsche, die in Buea Recherchen macht, für ihre Dr.A., hat es mit einem Buch gelernt, das wir nun von ihr bekommen.
Aber wie geht es nun weiter mit dem Projekt?
Zunächst heißt es jetzt einmal ein Treffen mit MUDECA – das ist die M’muock Development and Cultural Association zu organisieren, um mit Ihnen das weitere Vorgehen im Dorf zu besprechen. Dabei geht es um die Installation der Demonstrationsanlagen, weitere Sensibilisierungsmaßnahmen, die Organisation der Trainings und die Frage der finanziellen Beteiligung der Handwerker bzw. wie die Ratenzahlung am besten organisiert werden soll. Das Treffen soll nächste Woche stattfinden.
Ich selbst arbeite nun erstmal am Fragebogen, den wir für die Impactmessung benötigen – denn wir wollen ja hinter her wissen was das Projekt an Veränderung gebracht hat. D.h. ich bin nun dabei den Fragenkatalog zusammenzustellen für die Datenerhebung, die wir dann Anfang September im Dorf durchführen wollen. Zudem versuche ich heraus zu finden, ob es in Kamerun schon Umweltbildungsprogramme gab bzw. gibt und ob Trainingsmaterial vorhanden ist.
Johannes kümmert sich im Moment um die Buchhaltung und um die ganze Projektorganisation (Verteilung der Aufgaben) und wartet sehnsüchtig auf den Container aus Deutschland, damit er das Basteln beginnen kann. Er recherchiert zudem wo man die Materialien, die die Handwerker für die Wind- und Wasserräder brauchen günstig her bekommt.
Meet and greet
Ansonsten sind wir natürlich viel mit Leute kennen lernen beschäftigt – so hat uns Dr. Kennedy Fozao – der jüngere Bruder des Chiefs am Samstag zum Essen eingeladen und wir haben seine Familie kennen gelernt.
Irgendwie hatte ich da bisher wohl etwas durcheinander gebracht – ich dachte Kennedy wäre der Sohn des Chiefs – er ist aber der Bruder und ist auch in der MUDECA engagiert. Das Treffen war wirklich nett (und das Essen seeeehr lecker!) und so langsam lernen wir einiges über das Dorf, seine Traditionen und auch den Aufbau des Dorfes.
Dr. Kennedy hat uns eine wirklich tolle akademische Arbeit eines Dorfbewohners gegeben in der die Geschichte, Kultur und die Probleme des Dorfes zusammen gefasst sind. Das Buch ist wirklich ein Goldschatz für uns, zumal das Thema Nachhaltigkeit hier schon adressiert wird, aber v.a. auch die Chancen und Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung des Dorfes.
Ich werde versuchen ab und zu mal ein paar Auszüge aus dem Buch an euch weiter zu geben!
Lustiges vom Treffen: Wir werden natürlich von allen Seiten immer mal wieder gefragt, was denn so ein Windrad alles betreiben kann. Nkong Hilltop wollte PCs betreiben (was generell möglich ist, wir aber für nicht sehr sinnvoll halten, da ja dort keiner damit umgehen kann) und MUDECA wollte wissen, ob man auch Bügeleisen damit betreiben kann - ob das wohl fuer die Frauen im Dorf das Relevanteste ist?
Das Leben in Buea
Unser neues Zimmer bei Patricia ist leider noch nicht fertig, da die Wände noch zu nass sind zum Streichen. Aber wir bleiben weiterhin zuversichtlich, dass es bald was wird mit unserem eigenen Reich! Und wenn Johannes weiterhin mit Hand anlegt am Wochenende, dann wird das sicher was ;).
Wir leben also weiterhin auf einer Baustelle mit ca. 200 Kindern – nein das ist übertrieben aber es sind gefühlte 200 Kinder, die daheim rum hängen, weil sie noch Ferien haben (bis 8. September) und sich wahnsinnig langweilen. Schließlich haben sie schon seit Mitte Juni Ferien und in der Regenzeit gibt es nicht viel zu tun außer Fernsehen und im Haus rumhüpfen… Es ist aber inzwischen erträglicher weil wir ja den ganzen Tag außer Haus sind und nur abends im Baustellen- und Kinderlärm sind. Und eigentlich sind sie ja auch alle zuckersüß.
Der Regen
Hat zwar inzwischen schon wieder aufgehört, aber dafür habe ich mir eine gescheite Erkältung geholt – schon komisch oder – da denkt man man fliegt nach Afrika und alles ist sonnig und warm und nun sitze ich da mit einer Schniefnase und Halsschmerzen – wahrscheinlich unterschätzt man als Europäer dann die feuchte Kälte im Regen - aber der Schnupfen geht auch wieder vorbei…
So nun aber wieder genug erzählt – zurück an die Arbeit!
Wir hoffen euch geht es allen gut!
Eure
Cornelia und Johannes
28.8.2008 bei 11:06
Wirklich spannend von euch zu lesen!