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Kamerunsche Windkraft-Kleinunternehmer gehen mit Hilfe von Mikrokrediten in die Produktion (von Christian Dahle)

Das Projekt kann bzgl. der Ausbildungsarbeit in Buea als ein Erfolg gewertet werden: Vier Gruppen von Handwerkern haben es sich auf die Fahne geschrieben, jeweils eine WEA zu bauen, dafür einen Kleinkredit von der Partnerorganisation Nkong Hilltop erhalten und sind somit ein beachtliches Risiko für die Sache eingegangen. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die Handwerker mit Begeisterung bei der Sache sind. Hauptsächlich aus der Erinnerung von der Schulung haben die Handwerker die Anlagen gebaut. Ein Fernsehelektriker hat die größte Kompetenz was die elektrischen Bauteile angeht und unterstützt seine Mitstreiter bei den kritischen Bauteilen. Es ist eine Aufbruchstimmung zu spüren. Natürlich spielt dabei auch eine gewisse Ratlosigkeit hinein, was das weitere Vorgehen nach Bau der Anlagen angeht. Immerhin müssen die Anlagen verkauft werden, damit der Kredit zurückgezahlt werden kann. Der Elektriker und ich werden Ende dieser Woche in den Nordwesten Kameruns fahren um seine Anlage bei potentiellen Kunden aufzubauen, zu testen und nach Möglichkeit anschließend zu verkaufen. Die Nachfrage ist wohl groß, sicher aber auch der Zweifel bzgl. der Verlässlichkeit der Technik. Hier gilt es Vertrauen zu schaffen und die Anlagen am Laufen zu halten. Ich bin gespannt. Ich möchte ein Treffen der Gruppen zu organisieren, um den Stand der Dinge und das Kommende zu besprechen und vielleicht den Zusammenhalt zu stärken. Eine Spannende Phase steht bevor: Die Markteinführung eines lokal erzeugten Produktes in Kamerun. Ich will unterstützen wo immer ich kann. Heute wurde die erste Anlage probeweise an der Schule in Buea aufgebaut. Jetzt fehlt nur noch der Wind…

Hier einige Bilder vom Oktober 2009:

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Erste Eindrücke aus Buea von Christian Oktober 2009

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Buea ist eine sehr schöne, am Mount Cameroon gelegene Stadt. Der Berg ist im Verhältnis zu seiner unglaublichen Größe relativ klein im Durchmesser, man kann um ihn herumfahren und die Lava bewundern, die beim letzten Vulkanausbruch über die Straße ins Meer geflossen ist. Dort ist auch der zweitregenträchtigste Ort der Welt angeblich. Buea selbst hat nicht annähnernd so viel Regen, das aber natürlich auch Jahreszeitabhängig. Die ersten Weißen hier waren Missionare, dann die Deutschen Kolonialisten. Die Häuser stehen teilweise immer noch. Die Deutschen sind gottseidank nach dem ersten Weltkrieg abgereist, viele Kameruner wissen nicht, dass sie da wohl Glück gehabt haben.
 
An meinem ersten Tag in der afrikanischen Entwicklungshilfeorganisation lerne ich eine afrikanische Stadt kennen. Es ist schön, angekommen zu sein. Das Neue hat mich nicht überwältigt. Ich habe das Team zu Mittag eingeladen als Einstand. Eine Mitarbeiterin steckt mir einen Zettel zu mit ihrer Telefonnummer, falls ich einsam sei. Ich rufe nicht an. Ich sitze jetzt abends in der Dunkelheit in meinem Zimmer, der Strom ist ausgefallen, die Grillen zirpen draußen. Fließendes Wasser gibt es auch nicht. Es ist ungewohnt, die Abhängigkeit von diesen im fernen Norden selbstverständlichen Dingen zu spüren. Ich gehe früh schlafen, morgens früh funktioniert das Internet im Büro am besten. Ich werde per Email Kontakt aufnehmen mit der europäischen Welt, in der nicht alle schwarz sind. Aber ich mag es hier. Alle sind freundlich und natürlich.
 
Die Schwarzen, die sich auf der Straße tummeln, die kleinen Kinder, alle in Schuluniform, Kahlgeschoren, zuckersüß, dann in allen altersgruppen, die Mütter, die sich die Kinder um den unteren Rücken gebunden haben, so dass diese schlaff und zufrieden am Hintern hängen mit den kleinen beinen rechts und links  herausschauend, die älteren Schüler alle tip top gekleided, besser als in jedem entwickelten Land, selbst bei der Gartenarbeit. Ich bin aus dem völlig verschimmelten Zimmer ausgezogen, meine Lunge hat es überlebt, ich schaue auf den Hof der Sportanlage der Schule, dort waschen sich zahllose schreiende Kinder und schälen sich in ihe Schuluniformen danach. Ich bin etwas erschöpft und akklimatisiere mich. Ich fühle mich wohl hier.
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Ich war heute in der Kirche. Der Gospelgesang ist durchdringend, viele Frauen mittleren Alters, mit Masse in jeder Hinsicht, körperlich, geistig, geistlich, vom Herzen, singen, es erinnert an Polynesische Gesänge. Ich habe andere Europäer getroffen. Ich beginne meine “Mission” in Umrissen zu erkennen. Ich bin sehr gerne hier. Am Strand in Limbe war es eine Seelenreinigung, der warme Wind, das Wasser, der Müll, der vom Wasser umhergespült wird, keine Gedanken, nur eine wirkliche Welt und ich.
 
Afrika hat alles, was ich erwartet habe, aber Buea scheint mir eine relativ reiche Stadt zu sein durch die Universität und Regierung. Ich hoffe, dass wir zur Elektrifizierung der Dörfer beitragen können.

Das Windenergieprojekt trägt offentsichtlich Früchte, ein Fernsehelektriker hat sich voll und ganz der Sache verschrieben, ich kenne die Risiken, ich hoffe, unterstützen zu können. Spannend ist es ohne Frage.

Christian

Nass war’s und windig auf dem Streetlife Festival

Hallo ihr Lieben,

dem Regen haben wir versucht zu trotzen, wurden dann jedoch frühzeitig in die Flucht geschlagen am Samstag - denn saukalt war’s auch noch. Bis dahin hatte das Streetlife auch nur sehr wenige Besucher und wir beschlossen also um 19.00 Uhr nach Hause zu gehen, in der Hoffnung, dass es Sonntag besser wird.

So sah es Sonntag morgen dann auch aus. Der Schein trügte jedoch und wir waren dann den ganzen Sonntag über damit beschäftigt unseren Stand festzuhalten, denn der Wind ließ so einige Pavillions fliegen. Unsere netten Nachbarn von greenpeace energy mit ihrem Profistand haben dann unseren Stand gerettet. Denn dort durften wir uns dann in ihrem Windschatten festketten. So hatten wir dann doch noch noch einige tolle Besuche und nette Gespräche mit interessierten Besuchern.

Alles in allem war es jedoch ein eher Pleiten, Pech und Pannen Festival. Hoffentlich wird es im September besser!

Unser spezieller Dank geht an die fleißigen Helfer:

Lorenz

Daniel

Axel

Kathrin

Felix

Karin (danke für’s Helfen und für’s Auto!)

Andrea (danke für’s Auto!)

Thomas, auch wenn er uns leider nicht fand - war aber auch echt schwierig diesmal, ging wohl einigen so!

Vielen lieben Dank für euren Einsatz trotz dieses Sauwetters!!!

Eure

Cornelia und Bernadette

Fotos:

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Besser war’s da in Neuendettelsau am 19. Juli…

Wie Reinhold und Stefan berichten, hatten sie auf dem Sommerfest von Mission EineWelt da wohl etwas mehr Erfolg. Sowohl mit dem Wetter, obwohl es am Sonntag Vormaittag wohl regnete als auch mit den Besuchern.

Professionelle Unterstützung bekamen sie von Matthias und Marella aus Neuendettelsau. Sie halfen bei der Standbetreuung. Und Stefans Sohn Louis hatte auch wieder seinen Wurfstand dabei. Dabei konnten die fleißigen Helfer Reinhold, Stefan und Familie sowie Bernd auch einige Spenden für das Projekt in Kamerun sammeln. Die Besucher waren wohl sehr begeistert von unserem Projekt - das freut uns!

Ganz herzlichen Dank an die fleißigen Helfer und an Mission EineWelt für die Organisation und Einladung!

Hier noch ein paar Eindrücke vom Fest:

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Alles Liebe

Eure Cornelia

Bilder von Global Wind Day in Buea und vom Windturbinenworkshop

Hallo ihr Lieben!

wie versprochen liefer ich hier noch ein paar Bilder vom Windturbinenworkshop und vom Global Wind Day in Kamerun nach!

Alles Liebe

Cornelia

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WIND TURBINE TRAINING WORKSHOP – 30th MAY TO 14th JUNE 2009


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(Author: Edwin Njonguo) A training workshop on Wind Turbine construction was held from Saturday May 30th to Sunday June 14th, 2009 at the National Advanced School of Public Works – Buea Annex (NASPW-AB). Organised by GREEN STEP e.V. GERMANY and NKONG HILL TOP-BUEA, the training workshop was aimed at representatives of Schools, Non Governmental Organisations (NGOs) and individual craftsmen in order to create a Renewable Energy multiplier effect in Cameroon. The workshop had as objectives to train participants on how to construct whole wind turbines, maintain broken wind turbines, create renewable energy multiplier effects, and to promote renewable energy businesses in Cameroon.

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 There were thirty two (32) participants split into two groups, working for six full days each. The first group began training on the 30th of May and was only having sessions over the week-ends (staggered training), that is, Saturdays and Sundays for three consecutive weekends, ending on June 14th. This group was made up of 20 participants, 15 of whom came from the NASPW-AB (2 teachers and 13 students), and the rest 5 were individual craftsmen from within Buea.

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The second group was made up of 12 participants most of whom came from outside Buea, representing organisations/institutions such as ACREST of Bangang (beside Mbouda in the Western Region), Government School Fosimondi of M’muock Fosimondi village in Lebialem Division, Strategic Humanitarian Services (SHUMAS) of Kumbo in the North Western Region, Ecole Nationale Supérieur Polytechnique (ENSP-UYI) of Yaoundé, International Centre for Norms and Values (ICNV) of Buea, Dav Furnitures (DAVF) of Buea, GREEN STEP e.V. and Nkong Hill Top CIG of Buea. The session for the second group ran from the 9th to the 14th of June (block training), with both groups working together on the last two days (13th and 14th) of the whole workshop.

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The workshop trainer was Johannes Hertlein who worked from May till June 14th without any weekend, alongside Njonguo Edwin, the workshop coordinator, and Bambot Lynda who was in charge of catering and always ensured that participants had their meal, and in time.

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Johannes took the participants from scratch, beginning with some theory for about an hour, followed by actual hands-on training. All these included training on identifying a favourable site for wind and the quantity that could be harvested; the size of the turbine; where the materials can be found and their prices; carving the blades; making the coil winder and moulds; winding the coils; placing magnets; fabricating the stator; explaining the rectifier, cable and battery system; constructing the tail; vanishing and painting; turbine assembly and wiring; fabricating the tower; erecting the tower and finally erecting the turbine. Basically, it involved metal, wood and electrical work.

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The training was, at least, gender sensitive with 2 of the 32 participants being able ladies (Odelia and Vanessa), both from the NASPW-AB. Generally, all participants were always punctual and very pro-active.

In the course of the training, both groups worked with the trainer in producing two turbines, one with blades made out of wood, and the other with blades made out of pressure pipe. The former was offered to M’muock Fosimondi (Lebialem Division), where the GREEN STEP e.V. (GS) project pilot phase is implemented, and the latter to NASPW-AB, received by the Director (Mr. Kouontchou) on behalf of the school.

 

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In the course of the training, two members of “Engineers without Boarders”  British chapter came visiting at the workshop venue where they were briefed on the GREEN STEP e.V. technology by Edwin. The two were very fascinated and appreciated the technology as well as the GS approach to disseminate knowledge.

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At the end of the training, the participants were instructed by Cornelia and Claudia Atemnkeng on how to now start a business on the acquired knowledge. GS motivated the participants by establishing a loan scheme through which the participants can obtain loans to start renewable energy businesses. The participants, in filling out evaluation forms provided them by GS, gave their appreciation of the training.

 

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To mark the end of the training workshop, the donated turbine was erected at the NASPW-AB on the 14th of June 2009 at about 2:00 pm where the Director was invited to receive and switch on the turbine on behalf of the school. All participants were then accorded each, a certificate of participation and successful completion. Just before the award of certificates, and coinciding with the closing date of the workshop (14th June), Cornelia made to Edwin an amazing surprise, presenting a pleasant birthday gift and congratulating him for coordinating a wonderful training workshop. The award of certificates was followed by group photographs of organisers, participants, the hosts, guests, as well as individual photographs.

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At the end of it all, journalists were very interested in the news making event and granted interviews to the trainer, Johannes, Cornelia, Edwin, Vincent Anu, and a few others. Most interesting during the interviews was the fact that journalists kept moving cameras and recorders up and down, and very close to Cornelia’s face. This she admitted was amusing and distracting her from concentrating on what to say. The movie can be seen at: http://www.africanews.com/site/Communitybased_green_energy_in_Cameroon/list_messages/25662

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Immediately after the closing, the Director of the NASPW-AB in his joy invited all who were there present for a drink at Pavilion Hotel, in celebration of the wonderful event.

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GREEN STEP e.V. and NKONG HILL TOP in this way joined the rest of the world in advance to celebrate the first ever Global Wind Day which was June 15th 2009.

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Eine weitere Etappe ist geschafft: 30 Teilnehmer in Buea lernen Windturbinenbau

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Am 14 Juni war es soweit. Die 30 Teilnehmer (davon 2 Frauen!) der zwei Workshops, die Johannes in den drei Wochen vorher abgehalten hat, eine Versuchswindturbine in Buea in der National Advanced School for Public Works aufgebaut!

 

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Ein Medienspektakel ohne gleichen – sogar ein Video wurde gemacht und online gestellt. Unter http://www.africanews.com/site/Communitybased_green_energy_in_Cameroon/list_messages/25662 könnt ihr es euch ansehen!

 

Einen Tag vor dem ersten Global Wind Day am 15. Juni 2009 bekamen die Teilnehmer ihre Zertifikate und T-shirts ausgehändigt, nachdem sie die im Workshop gebaute Turbine aufgebaut hatten. Eine große Zeremonie und ein Tag mit vielen Absichtserklärungen und Versprechen – ab jetzt heißt es diese Versprechen zu überprüfen J

 

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Auch Johannes war sehr zufrieden, hatten die Teilnehmer doch zu 95 Prozent vollständig an dem Workshop teilgenommen und waren wirklich fleißig gewesen! Wir hatten zwei Workshops – einen immer am Wochenende (3 Wochenenden) und einen eine Woche lang an der National Advanced School for Public Works abgehalten. In der einen Gruppe waren vor allem Lehrer von 2 technischen Schulen und einige Schüler dieser Einrichtungen und im anderen waren NGO Mitarbeiter und Handwerker aus Buea und Umgebung.

 

Joseph muss man hier nennen, denn er hat u.a. einen lokalen Inverter – ein Gerät, dass 12V Batteriestrom in 230 V Steckdosenstrom umwandelt – entwickelt. Daher hatten wir ihn auch eingeladen zu dem Workshop. Er war so begeistert, dass er uns nun auf Schritt und Tritt folgt und eine wirkliche Chance im Bau der Turbinen sieht! Er will bis wir im März wieder kommen, um die Teilnehmer zu besuchen schon einige Turbinen aufgebaut haben!

 Joseph

 

Auch Acrest schickte 3 Teilnehmer (www.acrest.org) um mehr über die Windturbinen, mit denen sie ja schon experimentiert hatten zu lernen. Johannes wird die Organisation im Juli noch mal besuchen und bis dahin will der Schreiner von Acrest schon einige Flügel nach Johannes Anleitung gebaut haben. Wir werden sehen!

 

Und auch von der Organisation Shumas waren 2 Teilnehmer da. Sie haben auch eine der im Workshop gebauten Turbinen zum Materialienpreis erstanden. Bzw. sie haben die Turbine aus M’Muock Fosimondi, die einfach zu groß und zu stark für den Standort dort ist, mitgenommen und im Dorf steht nun eine der im Workshop gebauten Turbinen. Auch sie wollen weiter Turbinen bauen!

 Ingeneure ohne Grenzen

 

Die zweite Turbine steht nun an der National Advanced School for Public Works und soll dort zu Versuchs- und Ausbildungszwecken dienen. Denn die Schule hatte erneuerbare Energien zwar bisher schon in der Theorie unterrichtet, aber praktische Bildung hatte gefehlt. Nun soll der Turbinenbau in das Schulprogramm aufgenommen werden! Was ein Erfolg! Ob dem dann auch wirklich so ist, werden wir nächstes Jahr überprüfen!

 

Generell war das Publikum sehr begeisterungsfähig – ganz anders als mit unseren Erfahrungen in den Dörfern – dort wollten sie zwar immer die Turbinen und den Strom, aber sie wollten nicht so wirklich selbst bauen. Die Handwerker, Schüler, Lehrer und Akademiker (ja der Mix war groß in diesen Workshops) in der Stadt waren viel engagierter und haben wirklich die Möglichkeiten in der Technologie gesehen. Da hatten wir wohl in unserem ursprünglichen Projektplan ein paar falsche Annahmen. Dazu aber dann mehr in unserer Analyse im Abschlussbericht!

 

Edwin hat an diesem Tag auch gleich seinen Geburtstag noch mit gefeiert und sich sehr gefreut über ein kleines Geschenk von uns. Er hatte auch alle Arbeit geleistet – er hatte den Workshop von vorne bis hinten durch organisiert! Und es hat alles wunderbar geklappt. Verwundert waren wir, dass die Teilnehmer sich doch tatsächlich an die Regeln gehalten haben und alle pünktlich erschienen und auch sonst sehr aktiv dabei!

 

Und so geht es nun weiter: Mikrokredite zum Windradbau117_3016.JPG

 

Einige der Handwerker waren so begeistert, dass sie sich nun in Gruppen zusammengeschlossen haben und einen Mikrokredit von uns durch Nkong Hilltop bekommen, um Turbinen zu bauen und diese dann zu verkaufen. Dazu mussten sie Businesspläne einreichen, die schon nach 1 Woche bei uns im Büro in Campaignstreet vorlagen – sie sind also wirklich engagiert! Wir drücken nun die Daumen, dass das alles klappt und unser Partner betreut die Handwerkergruppen weiter! Wir werden berichten!

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Auch das Dorf M’Muock Fosimondi war in den Workshops vertreten – 3 Teilnehmer kamen von dort. Und speziell George Nkweteshing, der direkt neben der ersten Demonstrationsturbine in M’Muoc baut war ganz begeistert. Er hat schon einen Standort ausgesucht und baut nun fleißig an seiner ersten eigenen Turbine. Auch hier haben wir wohl im Dezember ein wenig zu schnell gehandelt. Denn das Interesse an der Technologie ist nach wie vor da, auch wenn sie nun ans nationale Stromnetz angeschlossen sind.

 

Aber zu all diesen Erkenntnissen dann mehr in unserem Abschlussbericht und hier auf dem Blog mit einem Resumee im August/September!

Bilder von der Aufstellung und der Zeremonie kommen noch nach!

 

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Ganz liebe Grüße

 

Eure

Conny und Johannes

 

 

 

 

Endlich: Die Windturbine in M’muock läuft! Und die Palastfrauen bekommen Strom aus der Steckdose!


Im Februar haben wir sie aufgestellt, damals ist ja gleich mal eine Schaltung zu Bruch gegangen und es gab noch so ein paar andere Details die geklärt werden mussten, die uns 3 Monate Zeit gekostet haben.

 windturbine

Am 22. Mai haben wir sie endlich zum Laufen gebraucht die Turbine, d.h. gelaufen ist sie vorher schon, nur konnten wir sie nicht an die Teilnehmer der Testphase übergeben, denn bis zu diesem Tage konnte uns keiner in Kamerun einen Überladeschutz bauen, der auch funktionierte. Ich will gar nicht zählen wie viel Stunden Johannes damit zugebracht hat, einen Elektriker zu finden, der einen vernünftigen Überladeschutz bauen kann. Denn das Problem ist, das die Turbine nicht ohne Last laufen darf, da sie sonst kaputt geht. Nun sind wir nicht die ersten mit dem Problem und Schaltpläne gibt es noch und nöcher, nur kann die in Kamerun niemand lesen… Und selbst unsere größte Hoffnung, ein aus Baffoussamkommender wirklich fähiger Elektriker, konnte keine funktionierende bauen. Der Überladeschutz soll dafür sorgen, dass die Schaltung vom Laden einer Batterie zur zweiten schaltet, wenn die eine bei 14,2 Volt ist. Leider schalten sie aber alle ständig hin und her sobald die Turbine mehr als 14,2 Volt produziert.

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Das andere Problem ist, dass es an unserem Standort soviel Wind hat, dass die Batterien schnell überladen sein können. Und da wir uns nicht darauf verlassen wollen, dass derjenige, der für die Turbine zuständig ist, täglich nach der Turbine sieht, brauchen wir ein System, das halbwegs standhält…

 

Nun haben wir uns an die althergebrachte Lösung von Hugh Pigeott gewandt: Wir haben eine Batteriebank gebaut mit 4 Batterien, die gleichzeitig geladen werden und die permanent an der Turbine sind. Wenn diese (was unwahrscheinlich ist) über 14.2 V haben, gibt es eine Schaltung, die eine Lampe leuchten lässt, um die produzierte Energie der Turbine zu verbrauchen. Wenn diese leuchtet, dann muss Musa mit ein paar Glühbirnen die Batteriebank entladen.

 

Batteriebank windturbineZum Laden der Batterien der Teilnehmer werden diese nun einfach an die Batteriebank angeschlossen. Was den Vorteil hat, dass diese schneller laden, aber den Nachteil, dass sie immer nur soviel geladen werden können, wie die Batteriebank geladen ist. Also nie voll/voll. Aber das ist in Ordnung und ein kleineres Problem.

 

 

 

 

 

 

Am 22. Mai haben wir dann auch den 4 Teilnehmern am Testprogramm ihre Batterien und die LED-Lampen, die Johannes in mühevoller Kleinstarbeit gebaut hat, übergeben sowie ihre Handyladegeräte. Einer hat auch einen Inverter aus Baffoussam zum Testen bekommen. In 4 Wochen wird sich zeigen, was die Leute so von der Technologie halten!

 LED Lampe

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Palastfrauen jubeln: Wasserturbine nun mit Inverter direkt an die Häuser angeschlossen!

wasserturbineSchon im April hat Johannes die 9 Häuser der Palastfrauen direkt an die Wasserturbine angeschlossen. Wir wollten dieses neue System, das um einiges kostspieliger als die erste Variante ist (denn mehr Kabel und ein Inverter werden benötigt:

die Turbine selbst kostet 130 Euro,

jede Batterie kostet 50 Euro,

das Kabel von der Turbine zur Batterieladestation kostet 85 Euro

und die Verkabelung zum Haus nun noch mal 200 Euro!), da die Teilnehmer sich alle beklagten, dass das Batterietragen anstrengend wäre und sie lieber 230 V haben wollen.

Also hat Johannes das ganze System umgebaut. Nun ist die Turbine über 2 fixe Batterien und einen Inverter (300W, der aus 12 V 230 V macht) an die Palasthäuser angeschlossen. Dort haben bereits 6 Häuser Lampen und eine Steckdose zum Handyladen.

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wechselrichter anschluß 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Frauen haben getanzt, als sie das Licht gesehen haben! Zu Essen gab es dann natürlich auch für uns – Achou heißt dieses Gericht (das kriegen wir immer im Palast, leider ist die Suppe immer kalt L)

 frauen palast mit licht

 achou

Inzwischen sind die Frauen seit 4 Wochen angeschlossen und die Nachbarschaft kommt um ihre Handys dort zu laden. Die Verkabelungskosten werden vom Fon übernommen und die Turbine soll möglichst bald in das Eigentum des Palasts übergehen! Es gibt schon einige Anfragen von Dörflern, die auch so eine Turbine haben wollen – und da Francis ja nun die Turbinen bauen kann, hat er wohl damit schon die ersten Kunden J.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Handyladen Palast

Das Inverter-System scheint den Leuten also besser zu gefallen, trotz der höheren Kosten.

 

 Und die anderen Teilnehmer am Programm können auch weiterhin ihre Batterien für daheim laden (also die, denen das Batterietragen nicht zu anstrengend ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Nicht so erfreulich: Rohre platzen und der Damm…

Ein paar Probleme gibt es natürlich immer. So hat Johannes die Leute vom Palast schon seit Wochen gebeten, den kleinen Damm, den wir gebaut haben zu zementieren, damit die Turbine in der Regenzeit nicht weggeschwemmt wird. Bis heute ist er nicht gebaut. Aber wir haben nun eine Deadline gesetzt und gesagt, wenn der Damm nicht am 7. Juni da ist, nehmen wir alles wieder mit – mal sehen, ob das nun klappt. Zudem scheint der gute Pa Thomas (der Betreuer der Turbine) das Wasser immer zu schnell zu blockieren, wenn er die Turbine abstellen will, dabei hat er schon 2 Rohre platzen lassen, denn er kreiert dabei immer ein Vakuum. Das Problem wollen wir nun mit einem kleinen Lufteinlass lösen, denn anscheinend kann man ihm nicht oft genug sagen, dass er das Wasser langsam blockieren soll… Er hat die Rohre aber brav alle ersetzt!

 

Es ist halt alles neu für ihn und die Frauen im Palast. Daher wird es wohl noch eine Weile dauern bis sie die Turbine und Batterien so gut verstehen wie ihre Benzingeneratoren J. Small, small – catch monkey J

 

Interesse gibt es inzwischen auch wieder am Erlernen des Baus solch einer Turbine – mal sehen, ob Francis da wen ausbilden kann, wenn er ein paar mehr selber gebaut hat?

 

Multiplizierworkshop: Windturbinenbau

Eine ganz schön große Menge Leute haben sich schon angemeldet – für unser Windturbinentraining ab 30. Mai in Buea. Dabei wird Johannes insgesamt 35 Teilnehmern in zwei Workshops zeigen, wie man eine Windturbine bauen kann. Der Workshop findet in der Public Works School statt, die nächstes Jahr einen Lehrbereich erneuerbare Energien mit aufbauen will, bzw. das Thema bereits in Theorie behandelt hat, aber nicht in der Praxis. Dort wird dann eine der Turbinen auch aufgebaut und an die Schule zu Lehrzwecken gespendet.

 

Zu dem Workshop kommen 5 verschiedene Organisationen, die die Technologie selbst in ihren Projekten verwenden wollen und einige Schüler und Lehrer von 2 technischen Schulen in Buea.

 

Der Workshop endet am 14. Juni – einen Tag vor dem ersten Global Wind Day (www.globalwindday.de, weltweit unter www.globalwindday.org) – klasse Planung oder?

 

Alles liebe aus Buea

Eure Cornelia und Johannes

 

 

Wilson und der Ofen – gesehen und gleich mal nachgebaut


Kinder wie Wilson braucht Kamerun! Wilson ist 12 Jahre alt. Er war mit einer Gruppe Schülern auf einem Schulausflug bei ACREST – ein Trip, den GREEN STEP e.V. im Zuge der Unterstützung der Umweltbildungsclubs finanziert hatte. In den Werkstätten von ACREST konnte Wilson so einiges entdecken – Windturbinen, Wasserturbinen, Biogasanlage und verbesserte Kocher und Öfen.

Kaum daheim hat er dann seinen eigenen kleinen Ofen gebaut in dem er schon Süßkartoffeln gebacken hat – hier ist er (sein Vater wollte ihn eigtl. kaputt machen, aber als er erfahren hat, dass der Sohn das auf dem Trip mit uns gesehen hatte, ließ er ihn weiter bauen):

 

 Wilson und der Ofen

 

Der Herr Vater erklärte bei meinem Besuch auch ganz stolz einem Motorradfahrer, dass das Ding wo der Rauch raus kommt von seinem Sohn Schornstein genannt wird :) : „He calls it chimney.“ waren seine Worte…

 

Wilson bekommt von uns nun ein wenig Ton, denn als nächstes will er einen Improved Cookstove bauen! Und ein Buch in dem er alles aufschreiben kann, was er so gebaut hat und was er so für Erfahrungen gemacht hat. Und natürlich ein gerahmtes Foto von ihm mit dem Ofen! Und eine Kopie der Story vom kleinen Jungen in Mali, der mit seinem Windrad berühmt geworden ist– den inzwischen jeder kennt oder?

Der Trip zu Acrest hat einige Schüler inspiriert, so will sich eine der Schülergruppen nächstes Schuljahr auch an den Bau einer Wind- oder Wasserturbine wagen! Es bleibt spannend – die Manuals haben sie schon! Hier mal ein paar Photos von ihrem Trip zur Acrest, was sie alles gelernt haben:

 

 acrest ofen

 

 acrest solardryer

 

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Entdeckt habe ich den Ofen durch Zufall, denn eigentlich war ich seinem Elternhaus, weil ich die Jatropha pflanzen seines Vaters begutachten wollte. Ach ja – das haben wir euch ja auch noch gar nicht berichtet. Am 26. April haben wir Jude Leh von GREENERY in Kumbo eingeladen und er hat unseren Farmern gezeigt wie man die Jatropha pflanzen als Hecke und als Erosionsschutz anbaut. Dann wurden die ersten Pflanzen verteilt, nachdem ein Vertrag unterzeichnet wurde, denn die Farmer bekommen die Pflanzen im Moment umsonst. Sobald sie aber Samen produzieren (nach 3 Jahren), müssen sie 50% der Samen abgeben, damit wir bzw. Nkong Hilltop in weiteren Dörfern die Pflanzen anbauen können und von den Samen Öl produzieren können (evtl. auch Seife). Von den restlichen 50% sollen die Farmer in M’muock selbst Öl produzieren (mit unserer Hilfe) und daraus Seife und kleine Lampen bauen.

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Beeindruckend – das Ultra Schwein

Beeindruckt hat mich: dieses riesen Schwein! 2 Jahre alt, 13 Ferkelchen geworfen (2 habens net überlebt) und einfach nur riiiieeeessssiiiiiig oder?

 

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Komposthäufen und das Training

Im April hatten wir auch ein Training für Frauen und interessierte Farmer wie man einen Komposthaufen baut und damit selbst organischen Dünger herstellen kann. In dem Workshop ging es auch im Fruchtwechsel, die Schädlichkeit von Chemikalien und Pflanzen, die man anbauen kann, um die Bodenqualität zu verbessern.

Dazu hatten wir uns unsere Bio-Rockerlady aus Kumba geholt – sie war wirklich in Bestform. Nicht nur hat sie es geschafft, dass alle Frauen alles richtig verstanden haben, sondern sie hat auch einen einmaligen Weg gefunden in die Herzen der Frauen aufgenommen zu werden. Sie haben ihr wirklich zugehört.

Bei Mdm. Flora gibt es im Workshop auch immer mal wieder Icebreaker, wenn ein „Lizard passed“ – das ist der Ausdruck für jemanden, der mal kurz eingenickt ist. Dann wurde immer mal wieder gesungen und getanzt. Ein paar der Lieder habe ich aufgenommen – leider ist das Internet zu lahm um die Videos hochzuladen. Aber bei unserer Rückkehr werden wir euch die sicherlich mal vorspielen können!

Leider kann man nicht davon ausgehen, dass nach so einem Training alle gleich heim gehen und das ganze umsetzen, daher habe ich im Mai schon mal einige der Frauen wieder getroffen und nachgefragt, ob sie denn ihren Kompost gebaut haben bzw. ob sie etwas von dem Wissen auf ihren Farmen schon umgesetzt haben. Das werden wir wohl noch öfter machen müssen. Denn von 9 befragten Frauen hatte nur 1 ihren Kompost gebaut. Die anderen 40 Teilnehmerinnen werde ich wohl erst beim nächsten Trip treffen können…

Hier ein paar Fotos vom Workshop:

 Madame Flora

 

conny

 compostin

 

 

 composting

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf den Schulfarmen

Waren wir natürlich auch unterwegs, die diesmal erfreulicher Weise sehr sauber waren. In GS Awut haben wir Bananen und Kochbananen gepflanzt und ein paar Blümchen in drei Schulen. Und die Schulen haben auch alle ihren Komposthaufen mit Beltha gebaut.

Dabei konnten wir auch unsere Bäumchen angucken – die mehr als prächtig gedeihen – zumindest in der einen Schule, in der anderen sind sie leider nicht so gut geworden…

 

 bäumchen

 

 

Manchmal ist es jedoch schon frustrierend, welches Bildungslevel man bei den Kindern voraussetzen kann bzw. nicht voraussetzen kann. In den Dorfschulen scheint Unterricht eher sporadisch stattzufinden. Da ist es keine Seltenheit, dass ein Lehrer mal erst Ende Mai aus dem Osterurlaub zurück kommt oder die anderen Lehrer lieber Bier trinken mit den Spendern für die Schule, statt Unterricht zu halten. In einer Schule kommen die Lehrer immer erst, wenn sie unser Auto vorfahren sehen. Vorher sind die Kinder alleine… Das macht einen manchmal extrem sauer und auch echt frustriert und wenn dann noch Sachen wie die nächste passieren, fragt man sich, ob man nicht lieber wieder heim sollte:

 

Weniger erfreulich: die Regenwasserzisternen haben wir allein gebaut

Im April hatten wir ja beschlossen zwei Schulen Regenwasserzisternen zu spenden, damit zum einen die Schulen in der Trockenzeit Wasser haben, um ihre Farmen zu bewässern, damit aber v.a. die Dörfler sehen, wie man so was kostengünstig bauen kann, so dass sie ihre eigenen Tanks für die Trockenzeit bauen können. Denn eins der großen Probleme ist ja Wasserknappheit in der Trockenzeit. Dazu hatten wir von EMAS - Water for everyone ein paar Videos und eine Anleitung bekommen, wie man sehr günstig einen Tank bauen kann. Ganz ganz lieben dank dafür! Wir haben den Tank mit Francis - unserem Plumber gebaut! Und er will sich nun auch selber einen bauen!

 rainwater

Los ging es in GS Fosimondi, im April zeigten wir ihnen wie sie das Loch zu buddeln haben, was sie auch gemacht haben. Und am 18. Mai sollte es mit dem Bau los gehen. An dem Tag hatten sie aber den Sand noch nicht geholt und die Materialien, die wir mit gebracht hatten waren noch im Haus eines Lehrers und nicht in der Schule. Unverrichteter Dinge fuhren wir also wieder heim.

 

 

 

 

kiddiesAm 19. Mai waren die Dinge dann vorhanden und die Schulkinder mussten den Sand von einer entfernten Baustelle hertransportieren, da die Lehrer es nicht auf die Reihe gekriegt hatten den Transport zu organisieren… Froh war ich darüber ja nicht gerade – als Belohnung gab es für die Kinder ein Schulheft und Stift, denn das Ganze grenzte für mich an Kinderarbeit…

 

 Nun ja los ging es also – Francis unser Techniker zementierte, während die Lehrer mit schlauen Kommentaren drum herum standen. Ab und zu haben wir uns einen Spaß gemacht und einem der Lehrer mal einen Auftrag gegeben – wie z.B. säubere die Zisterne oder klopf mal einen Metallring.

 

 

 

 

 metallring

Um Punkt 12 Uhr verschwanden jedoch alle Lehrer nach Hause bzw. zu einer Beerdigung in der Nähe der Schule (wo es sicherlich jede Menge zu trinken gab) und nur einer blieb – ein Lehrer, der nicht aus dem Dorf kommt und vom Direktor verpflichtet wurde da zu bleiben…

 

Die Lehrer waren eigentlich angewiesen worden eine größere Menge von Dörflern zu animieren, zum helfen und v.a. zum zugucken, damit sie ihren eigenen bauen können… Am nächsten Tag war es noch besser, da war gleich keiner da zum helfen. Und noch schlimmer – sie versorgten unseren Handwerker noch nicht mal mit Essen – was in Kamerun ein Unding ist.

 johannes_lid

 

 wassertank

Sauer waren wir ziemlich… und haben uns bis zum Fon (Dorfvosteher) hinauf beschwert und gedroht, dass wir einfach das Dorf verlassen und nie wieder kommen, wenn so was noch mal passiert…

 

Irritiert waren wir auch, denn eigtl. hatten wir gedacht, dass sie auf diesen Wassertank mega scharf sind und daher alles tun werden um zu helfen und zu sehen, wie sie ihren eigenen bauen.

 

Es erscheint jedoch so, dass man sich lieber über das Wasserproblem beschwert und weiter darauf wartet, dass die Regierung (oder ein anderer wie wir) was macht. Nur nix selber bauen…

 wassertank 2

Enttäuschungen wie diese lassen einen immer wieder mal zweifeln, aber dann trifft man wieder andere wie Madame Flora, Madame Patricia (die Direktorin der anderen Primary school wo wir den zweiten Tank bauen und die einzige Schule, die meiner Ansicht nach dort wirklich gut läuft), Jude Leh oder Vincent Kitio den Inhaber von ACREST und der Frust verfliegt J.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und auch das passiert immer wieder mal…

Der Grund warum meist alles ganz schön lange dauert ist oft auch mal eine Brücke, die kaputt ist oder die wie diese hier noch nicht fertig ist – man hatte vergessen die Planken festzunageln… wir haben’s versucht drüber zu fahren, sind aber schon früh gescheitert – hat uns 3 Stunden gekostet der Umweg…

 auto 2auto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Regenzeit…

Holt uns so langsam auch immer wieder ein… in Buea häufen sich die Gewitterstürme wie während ich diesen Blog hier schreibe – dabei hat es die Bar gegenüber komplett abgedeckt und 2 weitere Häuser in unserer Straße, der Strom fiel mal wieder 3 Tage aus und damit auch die Wasserversorgung (denn die Pumpen gehen dann nicht). Aber nicht nur die Stürme halten uns auf, durch den Regen sind die Straßen schon wieder so aufgeweicht, dass man wieder nur sehr langsam voran kommt und häufiger stecken bleibt…

 

Aber wie immer lassen wir uns nicht beirren und langsam aber sicher geht es voran!

 

Alles Liebe aus Kamerun, wo wir manchmal auch tolles wie das hier erleben dürfen:

 

 sonnuntergang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cornelia und Johannes

 

 

 

Sojabohnen, Karotten, Bäume pflanzen und das Ganze gedüngt mit Müll in Schulfarmen…


Beltha heißt sie – unser neuer Hoffnungsträger, sie ist 22 und hat Umweltwissenschaften in Buea studiert. Ein lustiges Kerlchen ist sie auf jeden Fall, und sie hat Style – das muss man ihr lassen. Zieht sie doch zum arbeiten im Feld mit den Schülern in M’muock Fosimondi Kniestrümpfe an (andere Menschen würden barfuß arbeiten oder  Gummistiefel anziehen – nein, sie stellt ihre Sandalen hin und zieht sich Kniestrümpfe (wohl gemerkt ohne Schube!) an – fand ich ziemlich witzig J ).k640_k1024_dsci0094.JPG

Einen Vorteil hat sie schon mal gegenüber den ewig sturen kamerunschen Männern – sie lässt sich was sagen, hört zu, begreift schnell und setzt Anregungen sofort um. Ob das am Alter oder am Geschlecht liegt – keine Ahnung, aber angenehm macht das die Zusammenarbeit auf jeden Fall!

 

Aber von vorne. Beltha arbeitet seit Mitte März mit und für uns im Bereich Umweltbildung. Sie soll den Themenbereich dann in Zukunft auch alleine für Nkong Hilltop managen, und dazu muss sie jetzt natürlich erst mal jede Menge lernen. Interesse hat sie u.a. an Wastemanagement und sie weiß Bescheid über Gefahren von Pestiziden und Chemikalien in der Landwirtschaft und Industrie. Zudem ist sie begeisterte Farmerin – sie ist im Dorf aufgewachsen und interessiert sich für Bioanbau und das Ausprobieren in der Praxis. Super also!

Ein kleiner Dickkopf ist sie auch, spricht sie doch mit kamerunschen Gendarmen nur englisch (was die natürlich mega ärgert, weil sie alle fast nur französisch oder Pidgin sprechen) und sie lässt sich von keinem über den Tisch ziehen – das ist mal klar J. Ein Mädel ganz nach meinem Geschmack also J.

 

Zudem hat sie Interesse an biologischem Anbau, Müllmanagement und anderen Themen die helfen die Umwelt zu schützen und gleichzeitig den Menschen helfen. Wollen wir mal hoffen, dass ihr Enthusiasmus und ihre Wissbegier erhalten bleiben!

Ersten Ärger gab es allerdings auch schon – so wollte sie doch glatt ihren Plastikmüll auf der Fahrt aus dem Fenster werfen – ihre Aussage: Hab im Moment keine andere Wahl. Ich scheine da wohl wirklich allein auf weiter Flur zu stehen mit der Idee, dass man den Müll zu den offiziellen Sammelstellen in den Städten bringt… Nun ja. Auch das wird sie lernen…

 

Die Bio-Rockerlady :)

FlorenceUnd noch ne Powerfrau haben wir inzwischen kennen gelernt und zwar in Kumba. Hier ist die Dame! Coole Maschine oder? Florence heißt die Gute und sie hat 2007 ein Training zu biologischem Anbau und Produktion von Bio-dünger in Japan erhalten. Daraufhin hat sie ihre Organisation Nature is Life gegründet und die produzieren inzwischen in großem Stil Bio-Dünger (siehe Foto) und sind dabei eine Modellfarm für Bio-Anbau in Kumba aufzubauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Florence hat uns viel erzählt und erklärt und im April fahren wir sie noch mal besuchen, um mehr zu erfahren. Zudem wird sie im April einen Workshop für die Frauen in unserem Dorf zum Thema Kompostierung, Mischkultur und Fruchtwechsel geben. Gefunden haben wir diese mega Ressource durch Jan – er hat in Japan ein FÖJ gemacht und die Powerfrau dort kennen gelernt und ihr Projekt in Kumba dann besucht. Danke Jan!!! (Im Bild: Biodünger aus Kumba)

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Wir werden sicherlich weiter mit ihr zusammenarbeiten, denn die Frau hat nicht nur Power, sondern auch Wissen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

k1024_dsci0030.JPGIn Kumba gibt es so einiges spannendes, so u.a. diese kleinen Elektrotaxis – die sind neu dort, kommen aus China! Klasse Sache oder? Ob so besonders zuverlässig ist die Frage, denn der Strom fällt im Moment auch in Buea mal wieder recht häufig aus… Inzwischen gibt es immer wieder Regenstürme und die scheinen die Leitungen hier nicht so ganz auszuhalten…

 

 

 

 

Politik wo man hinsieht…

k1024_dsci0026.JPGHerausgefunden haben wir zudem, dass dieses Wasserkraftwerk hier zwischen Buea und Kumba in den 70er Jahren (aus politischen Gründen, um der Südwestprovinz nicht zuviel Macht zu geben) einfach mal abgeschaltet wurde…

 

 

 

 

 

 

 

Umweltbildung in M’muock

Das Thema Umweltbildung und nachhaltiges Ressourcenmanagement in M’muock Fosimondi nimmt nun also Konturen an. Es wird ein langer und steiniger Weg (wie wörtlich ca. jeder Weg in Kamerun…) werden. Unsere Zielgruppen mit denen wir zunächst arbeiten sind Schüler und Frauengruppen.

 

Dazu hatten wir uns im Februar erstmal gemeinsam mit einigen Lehrern und Frauengruppen überlegt welche Projekte sinnvoll sein könnten, um auf die Umweltprobleme und mögliche Lösungen aufmerksam zu machen. Natürlich müssen das praktische Projekte sein, da waren wir uns einig, denn einfach nur Workshops zum Thema: Eure Böden sind ausgelaugt und das Wasser wird knapp, bringen wenig, zumal die meisten ja die Probleme kennen und sehen.

Und da die meisten nun mal von der Landwirtschaft leben, müssen die Projekte dieses Thema beinhalten, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen.

 

Zielgruppe Schulen: Umweltklubs

k640_dsci0052.JPGWir unterstützen nun Umweltklubs in M’muock Fosimondi, in sechs Schulen (4 Grundschulen, 2 weiterführende Schulen) mit finanziellen Mitteln und Lehrunterlagen und begleiten die Projekte für 3 Jahre. Die Ideen und Themen sollen vornehmlich von den Schülern selbst kommen. Ziel dabei ist, dass die Schüler Umweltschutz nicht nur theoretisch behandeln, sondern selbst konkrete Projekte dazu zu entwickeln und mit unserer Hilfe umsetzen. Zunächst geben wir natürlich ein paar Anregungen, aber in Zukunft sollte dies möglichst autonom laufen.

 

Im Februar hatte ich mit den Lehrern einen Workshop, bei dem wir die Struktur der Clubs besprachen und wie eine Förderung erhalten werden kann. Sie hatten von Mitte bis Ende Februar Zeit sich zu gründen und einen Aktivitäten Plan einzureichen. Das haben sie auch alle brav gemacht.

Leider haben ein paar nicht so ganz verstanden, dass wir keine chemischen Spraymittel und Dünger fördern, sondern nur den biologischen Anbau von Gemüse auf ihren Feldern fördern…. Aber das konnten wir dann noch klären.

Wir hoffen, dass durch den Anbau und das Versuchen neuer Methoden auf den Schulfeldern das Wissen über Böden, Nährstoffe, Dünger, Pesitzide und natürliche Pestizide, Mischkultur usw. öffentlich werden. Wobei wir schon jetzt merken, dass wir wohl eine Ernte-party schmeißen müssen, bei der die Eltern eingeladen werden und bei der die Kinder dann alles zeigen, was sie produziert haben…

 

Für dieses Jahr hatten die sechs Schulen, die in mehrere Untergruppen aufgeteilt sind (insgesamt sind 350 Schüler mit dabei), sich die folgenden Themen überlegt:

 

  1. Bäume pflanzen für den Schutz von Wasserressourcen

k640_k1024_dsci0075.JPGEin immer größer werdendes Problem ist die mangelnde Wasserversorgung einiger Dorfgebiete in der Trockenzeit. Das liegt zum einen daran, dass um die Wasserquellen kaum mehr Bäume stehen und viel Wasser einfach verdunstet und zum anderen daran, dass oft nur der Eukalyptusbaum gepflanzt wird, der extreeeeem viel Wasser braucht und seeeehr lange Wurzeln hat, um sich dieses Wasser zu holen.

Also haben wir uns mit ERUDEF zusammen getan, die von Trees for the Future gefördert werden und haben unsere Schüler und Lehrer von drei Schulen zu einem Workshop, den ERUDEF in unserem Dorf sowieso abgehalten hat mit hin geschickt. Dort haben die Schüler und Lehrer Infos über 4 Baumsorten bekommen und gelernt wie man sie aussäht. Und das haben wir dann später gemeinsam gemacht. Bin mal gespannt wie viele der Bäumchen was werden – wir werden weiter berichten! Die Sorten werden um Wasserstellen herum gepflanzt und helfen Wasser in der Erde zu speichern.

Die Samen sind soooo viele, dass die Kinder, wenn denn alle Samen aufgehen, einige Bäumchen mit nach Hause nehmen können und um ihre Wasserquellen und Häuser pflanzen können.

 

  1. Biologischer Sojabohnenanbau

k640_k1024_dsci0141.JPGEine der Schulen baut nun Sojabohnen an, was wir natürlich wunderbar finden, denn erstens helfen Sojabohnen wichtigen Stickstoff in die Erde zu bringen und zweitens ist Soja gesund – es hat viel Protein, was den meisten Kiddis im Dorf fehlt. Wir haben das Ganze als Mischkultur mit Mais angelegt. Und wenn wir das nächste mal hin fahren, zeigen wir (bzw. Beltha) den Kindern wie man aus Chilli und Knoblauch und Backpulver natürliche Pestizide machen kann. Wir sind gespannt J.

In dieser Schule haben dann zudem unseren ersten Kompostversuchshaufen gebaut – siehe hier die Direktorin im Mist, die den Haufen bewässert…

 

 

 

 

Life dabei – Morgenapell!

k640_dsci0119.JPGIn dieser Schule konnten wir auch beim Morgenapell life dabei sein. Das müsste man mal unseren Schülern zeigen… Um acht Uhr (offiziell um halb acht) stehen die Kinder in zweier Reihen nach Klassen geordnet und müssen erstmal militärmäßig hüpfen und sich drehen. Dann wird die Nationalhymne (täglich zwischen französisch und englisch wechselnd) gesungen und dabei die Fahne gehisst. Danach marschieren die Klassen nacheinander in ihre Klassenzimmer ab (begleitet von den anderen Klassen, die ein Marschlied singen). Ich war schwer beeindruckt. Und so geht das jeden Morgen…

 

Müll in den Feldern

Als wir dann nach kurzer Theoriestunde die Sojabohnen und Maiskörner auszupflanzen, wollten wir besonderen Wert auf Feldhygiene setzen, und zusehen, dass alles, was nicht ins Feld gehört weg kommt. Da lagen alte Schuhe, Blechdosen, Plastiktüten und Plastikbecher, alte Batterien und jede Menge anderer Müll herum. Die Kinder haben sich auch echt Mühe gegeben, das Zeug weg zu sammeln, aber mit wenig Erfolg, am nächsten Tag sah es schon wieder genauso aus. Zunächst hatten sie auch vor das Plastikzeug einfach in den Komposthaufen zu schmeißen, das konnten wir dann gerade noch verhindern! Das Thema werden die Lehrer (die übrigens ihren Müll auch einfach in die Felder schmeißen) und Beltha noch ganz schön intensiv behandeln müssen… Vor allem die Batterien sollten aus den Feldern raus… Und generell kann jeder Müll ein Überträger von Krankheiten auf die Pflanzen sein, das muss noch etwas klarer gemacht werden… Da liegt noch ein weiter Weg vor uns. Zumal die einzige Möglichkeit im Moment darin besteht den Müll zu verbrennen…

 

 

  1. Biologischer Anbau von Karotten und Lauch und Zwiebeln in Mischkultur

k640_k1024_dsci0107.JPGWieder eine andere Schule möchte gerne Karotten und Lauch anbauen, wir haben noch Zwiebeln dazugefügt und wollen nun folgendes ausprobieren. Ein Feld bepflanzen wir mit Karotten und Lauch (1 Reihe Möhren, 4 Reihen Lauch) und eines mit Karotten und Zwiebeln. Denn was wir bisher wissen, ist dass Karotten und Zwiebeln sich gegenseitig helfen, die Insekten zu vertreiben. Ob das auch mit Lauch klappt, das wird nun unser Versuch. Gedüngt haben wir hier mit dem Bio-Dünger von Florence aus Kumba. Und im April gibt es dann auch noch ein Training zum mulchen und zur natürlichen Pestizidherstellung.

Die Rezepte dafür sollen die Kiddis dann in einem Report zusammenschreiben. Bin mal gespannt!

 

Traurig aber wahr: Schlagen gehört zum Alltag…

In der Theorie wusste ich, dass körperliche Strafen zum Alltag an kamerunschen Schulen gehören (wenn auch offiziell verboten). Wenn man es dann aber life sieht ist es doch wieder was anderes. Während der Theoriestunde zum Karotten/Zwiebel Mischanbau alberte eines der älteren Mädels herum. Und ohne Vorwarnung ging der Direktor der Schule hin und schlug sie mehrfach mit der flachen Hand (immerhin nicht ins Gesicht). Beltha murmelte nur „don’t beat her“ – erst da realisierte ich, was los war. Einfach krass. Aber so sind die Kinder es hier von klein auf meist von ihren Eltern gewöhnt. Schwieriges Thema… Generell das Schulbildungsthema ist ein schwieriges für uns.

Denn die Schulen arbeiten viel mit auswendig lernen, Bestrafung, wenn man was Falsches sagt oder tut und eben auch Schlägen. Alles nicht besonders der Kreativität dienlich.

Andererseits haben die Klassen zwischen 70-90 Kindern, da wüsste ich auch nicht, wie ich da individuelles Lernen organisieren soll. Ich hab mich mit ein paar Lehrerinnen unterhalten und sie meinten, dass die Klassenstärken vor allem dazu führen, dass man nur mit denen arbeitet, die mitkommen und die halbwegs was drauf haben. Zusätzlich herrscht dann auch noch Lehrermangel und sie erhalten oft monatelang ihr Gehalt nicht. Man muss schon sehr motiviert sein, wenn man das Unterrichten dann ernst nimmt…

 

Aber zurück zu den Projekten der Umweltbildungsklubs:

 

  1. Biologischer Anbau von Bananen und Kochbananen (Plantain)

k640_k1024_dsci0057.JPGDieses Projekt wird besonders spannend. Vor allem da es Studien gibt, dass die Plantain am besten mit natürlichem Dünger wächst – mal sehen! Die Kinder hier hatten von Anfang an die Idee den Bioanbau auszuprobieren. Leider konnten wir bisher noch nicht pflanzen, da wir die Setzlinge für Plantain erst vorbestellen mussten und zudem verzweifelt auf der Suche nach Bananensetzlingen sind. Bananen isst man hier nämlich nicht so viel, denn wenn man das muss, dann ist man arm. So erklärt es zumindest Beltha. Und die riesigen Bananenplantagen produzieren alle nur für’s Ausland, oft sind sie betrieben von Europäern.

Im April geht hier also die Pflanzung los – wir werden berichten!

 

  1. Schulverschönerung durch Blumen

Drei der Schulen wollen zudem auch Blumen in ihrem Schulgelände pflanzen – eine schöne Idee, denn so können die Kinder etwas über die verschiedenen Blumen und ihren Nutzen lernen und zudem hilft es beim Müllmanagement (so hoffe ich zumindest), da man dann möchte, dass das Schulgelände schön und sauber aussieht. Wir werden sehen!

 

  1. Besuch im ans Dorf angrenzenden Gorilla-Wald

M’muock Fosimondi erstreckt sich nach dem Palast nach unten noch über mehrere Kilometer ins Tal, dort ist ein riesiges Regenwaldstück, das die Organisation ERUDEF und einige Dörfler vor Abholzung bewahren wollen (aber nicht indem sie einen Nationalpark draus machen, sondern indem die Gemeinschaft den Wald selbst schützt – ehrgeiziges Ziel würde ich sagen, aber so haben sie dann wenigstens noch die Möglichkeit selbst über den Teil mitzubestimmen). Der Grund für den Schutz des Waldes ist unter anderem der Schutz des CrossRiver Gorilla, von dem hier eine kleine Gruppe lebt (nur noch 350 Exemplare existieren Weltweit).

Dort möchte eine der Schulgruppen einen Ausflug hin machen mit dem lokalen Guide, und mehr über den Gorilla aber auch über die anderen Tier und Pflanzenarten im eigenen Wald lernen. Die Kinder möchten das Ganze dokumentieren, Fotos machen (dazu werden sie sich eine Kamera ausleihen) und einen kleinen Film über die Vögel dort drehen. Eine tolle Sache! Hinterher möchten sie ihren Mitschülern berichten und den Film zeigen und evtl. eine kleine Ausstellung mit den Fotos machen.

Meiner Ansicht nach eine wunderbare Idee! Ich bin gespannt auf den Film und die Fotos J

 

  1. Konstruktion von erneuerbaren Energieanlagen

cimg4279.JPGZwei der Gruppen der weiterführenden Schulen möchten sich gerne in der Konstruktion von erneuerbaren Energieanlagen versuchen. Da sie bisher aber sehr wenig über erneuerbare Energien und die Möglichkeiten wissen, haben wir uns gedacht, dass es erstmal sinnvoll wäre, wenn die Kinder sehen, was überhaupt möglich ist. Dazu sollen sie auf einen Besuch zu Acrest fahren. Acrest hatten wir im November schon mal beschrieben, es ist eine kamerunsche Organisation, die einen schönen Showroom gebastelt hat mit Biogasanlage, Wind und Wasserturbinen, all möglichen verbesserten Kochern usw. – und die Organisation ist nur 2,5 h Autofahrt vom Dorf weg. Also werden wir eine kleine Gruppe in einen Bus einladen und dort hin fahren. Danach werden wir den Schülern so einige Bauanleitungen und Theoretischen Materialien da lassen und sie sollen sich dann bis nächstes Schuljahr entscheiden, welche Anlage sie bauen wollen. Die Materialien werden wir ihnen dann zur Verfügung stellen.

Es bleibt spannend! Wir werden vom Besuch berichten!

 

  1. Müllmanagement

Wieder eine andere Gruppe einer der weiterführenden Schulen möchte sich mit dem Thema Müllmanagement befassen. Dazu werden wir ihnen zunächst ein Kompost-Training anbieten und dann jede Menge Anleitungen, Manuals und Geschichten aus Afrika zum Thema Müll und den Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann geben. Aus den theoretischen Unterlagen, sollen sie dann selbst eine Projektidee entwickeln. Auch hier bleibt es spannend J

 

 

Die Themen sind weit gefächert – ist wirklich jede Menge dabei! Ob alle so enthusiastisch dabei bleiben wird sich noch zeigen müssen. Sollte das Interesse bei einigen nachlassen, oder Ungereimtheiten entstehen, werden wir uns auf die fokussieren, die weiter machen möchten.

 

Zweite Zielgruppe: Frauengruppen

Für die Frauen (und interessierte Bauern) bieten wir Trainings zum Thema Kompostierung, Bodenanreicherung durch natürlichen Dünger und Mischkulturen, Fruchtwechsel, usw. an. Zudem haben wir drei konkrete Projekte ausgewählt, die wir die nächste Zeit verfolgen möchten. Dazu hatten wir ja im Februar einen Workshop mit den Frauen (siehe Blogeintrag vom Februar).

Die Themen sind: Sojabohnen, Jatropha und verbesserte Kocher.

 

Verbesserte Kocher

Das Thema ist ein leidiges. Denn es gibt keinen geeigneten Ton im Dorf. Daher suchen wir derzeit weiter nach anderen Lösungen wie man vor Ort einen Kocher bauen könnte. Das Thema ist jedoch in der Priorität etwas nach hinten gerutscht, da derzeit Pflanzsaison ist und zunächst die Pflanzen in die Erde müssen. Es ist aber nicht vergessen, sondern wird einfach leider noch etwas länger dauern…

 

(Bio)-Sojabohnen

Da Sojabohnen zum einen dem Boden helfen (bringen Stickstoff) und zum anderen sehr nährreich sind, bieten wir den Frauen ein Training im Anbau und den Verkauf der Samen an. Und zum anderen ein Training wie man dann hinterher Sojamilch, Sojajoghurt und andere Produkte daraus machen kann.

Ursprünglich wollten die Frauen lernen wie man Speiseöl daraus macht. Das ist auch weiterhin langfristiges Ziel. Wir wollen aber zunächst einen Erntezyklus abwarten um zu sehen, wie sich die Bohnen so machen, wie viel Ernte da ist und wie das langfristige Interesse der Frauen ist. Dann sollen sie sich zu einer Kooperative zusammenschließen und wir helfen ihnen eine Mühle zu erwerben, mit der sie das Öl produzieren können. Das ist aber erst der zweite Schritt. Die Mühle sollen sie dann auch gemeinsam abbezahlen.

 

Jatropha – los geht’s

cimg4177.JPGJatropha kann man als Hecke anpflanzen, sie hilft zum einen die Erdrutschgefahr zu mildern und zum anderen braucht sie kaum Nährstoffe oder Pestizide. Nach drei Jahren produziert die Hecke Nüsse aus denen man Öl zur Seifenproduktion machen kann (oder man kann es in Liszter Motoren als Treibstoff verwenden). Der Presskuchen dient als natürlicher Dünger.

Das Projekt ist so aufgebaut, dass wir die Pflanzen kostenlos zur Verfügung stellen und die Frauen dann ab der ersten Ernte 50 Prozent ihrer Ernte jährlich an Nkong Hilltop abgeben. Nkong kann damit das Projekt in andere Gebiete ausweiten oder selbst Öl produzieren und aus dem Verkauf Einkommen für das Umweltbildungsprojekt generieren. Damit wir den Frauen eine Mühle und Wissen wie man Öl und Seife daraus produziert zur Verfügung stellen, machen wir es zur Bedingung, dass sie sich als Kooperative formieren.  Die Kooperative soll nur für Frauen sein, zum einen um sie etwas besser zu stellen und ihnen weitere Einkommensmöglichkeiten zu schaffen und zum anderen, um das Management zu sichern, denn sie tendieren bekanntlich dazu weniger dazu Gelder zu versaufen und wenn sie unter sich sind, kann sie auch keiner der Männer in Machtspielchen mit verwickeln. Zudem haben die Männer bisher schlechte Erfahrungen mit Kooperativen gemacht, sie wären sicherlich sehr skeptisch, das könnte die Initiative in Gefahr bringen.

Das Thema Kooperative, Sojabohnen und Jatropha wird alles im Jahr 2009 angeleiert und im Jahr 2012 haben wir dann die erste Ernte. Derzeit erarbeiten wir noch Mechanismen wie wir sicherstellen können, dass die Frauen über die drei Jahre auf ihre Pflanzen gut aufpassen!

 

Nachhaltigkeit – Längerfristiges Engagement notwendig

k640_k1024_dsci0065.JPGEs zeigt sich also – Umweltbildung ist mit diesem Projektzyklus nicht abgeschlossen. Zunächst werden wir diese Projekte mit dem jetzigen Projektbudget starten, dazu zählen die Trainings, der erste Sojabohnenzyklus, die Pflanzung von Jatropha und die ersten Tests mit Kochern und die Unterstützung der Schulklubs für dieses und nächstes Schuljahr. Ab 2010 werden wir für die Unterprojekte Schulklubs und Jatropha, Soja und Öl- und Seifenproduktion sowie Kocher eigene Projektpläne und Budgets zusammengestellt. Mehr dazu aber in unserem Zwischenbericht und dann Ende des Jahres in neuen Projektplänen!

 

Regenwasserzisternen und Tröpfchenbewässerung

cimg5122.JPGIn unserem Plan B hatten wir ja auch vorgesehen, dass wir den Handwerkern aus dem Wind- und Wasserkraftprojekt zeigen wie man mit Hilfe von Wind und Wasserkraft Wasser pumpen kann. Wir haben nach langen Überlegungen beschlossen, dass dies keine gute Idee ist, da davon nur die „Bigmen“ profitieren würden, die dann noch mehr des Wassers nutzen als bisher schon. Es muss eher eine Lösung gefunden werden, bei der Regenwasser in der Regenzeit gesammelt werden kann und in der Trockenzeit genutzt werden kann. Dazu wollen wir in zwei der Schulen Modellanlagen installieren, die mit einfachen Mitteln und kostengünstig von Kamerunern gebaut werden. Wir finanzieren lediglich die Materialien. Die Arbeit kommt von der Dorfgemeinschaft. In den Modellanlagen zeigen wir wie man mit den Zisternen und Tröpfchenbewässerung über die Trockenzeit kommen kann und werden eine Infotafel installieren, die Kosten, Materialien und Kontaktadressen von Technikern beinhaltet, so dass Interessierte aus dem Dorf sich eine eigene Anlage bauen können. Somit würde, wenn es denn klappt, mehr Wasser gesammelt werden und die Lage an den kleinen Strömen und Flüssen würde sich evtl. etwas entspannen – so die Theorie – mal sehen, ob es klappt!

 

Haben wir die erneuerbaren Energien und unseren ersten Projektplan vergessen? NEIN!!!

Keine Sorge – die Wind- und Wasserturbinen haben wir nicht vergessen – die stehen nach wie vor in M’muock und werden dort gestestet – wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse haben wir dabei schon gewonnen. Dazu auch mehr in unserem Zwischenbericht, der in den nächsten Woche erscheint!

Und die Vorbereitungen für die Trainings in Ndongwe zur Wasserturbine und das Multipliertraining für weitere Techniker laufen auf hohen Touren. Johannes und Edwin werden dazu bald mehr berichten!

 

Soweit also erst mal wieder aus M’muock Fosimondi, mehr zur Frauenpower und den Umweltklubs gibt’s wieder Anfang Mai, nachdem wir die restlichen Samen gesät haben und die restlichen Workshops abgehalten haben!

 

Alles Liebe

 

Eure Conny