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Kamerunsche Windkraft-Kleinunternehmer gehen mit Hilfe von Mikrokrediten in die Produktion (von Christian Dahle)

Das Projekt kann bzgl. der Ausbildungsarbeit in Buea als ein Erfolg gewertet werden: Vier Gruppen von Handwerkern haben es sich auf die Fahne geschrieben, jeweils eine WEA zu bauen, dafür einen Kleinkredit von der Partnerorganisation Nkong Hilltop erhalten und sind somit ein beachtliches Risiko für die Sache eingegangen. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die Handwerker mit Begeisterung bei der Sache sind. Hauptsächlich aus der Erinnerung von der Schulung haben die Handwerker die Anlagen gebaut. Ein Fernsehelektriker hat die größte Kompetenz was die elektrischen Bauteile angeht und unterstützt seine Mitstreiter bei den kritischen Bauteilen. Es ist eine Aufbruchstimmung zu spüren. Natürlich spielt dabei auch eine gewisse Ratlosigkeit hinein, was das weitere Vorgehen nach Bau der Anlagen angeht. Immerhin müssen die Anlagen verkauft werden, damit der Kredit zurückgezahlt werden kann. Der Elektriker und ich werden Ende dieser Woche in den Nordwesten Kameruns fahren um seine Anlage bei potentiellen Kunden aufzubauen, zu testen und nach Möglichkeit anschließend zu verkaufen. Die Nachfrage ist wohl groß, sicher aber auch der Zweifel bzgl. der Verlässlichkeit der Technik. Hier gilt es Vertrauen zu schaffen und die Anlagen am Laufen zu halten. Ich bin gespannt. Ich möchte ein Treffen der Gruppen zu organisieren, um den Stand der Dinge und das Kommende zu besprechen und vielleicht den Zusammenhalt zu stärken. Eine Spannende Phase steht bevor: Die Markteinführung eines lokal erzeugten Produktes in Kamerun. Ich will unterstützen wo immer ich kann. Heute wurde die erste Anlage probeweise an der Schule in Buea aufgebaut. Jetzt fehlt nur noch der Wind…

Hier einige Bilder vom Oktober 2009:

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Erste Eindrücke aus Buea von Christian Oktober 2009

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Buea ist eine sehr schöne, am Mount Cameroon gelegene Stadt. Der Berg ist im Verhältnis zu seiner unglaublichen Größe relativ klein im Durchmesser, man kann um ihn herumfahren und die Lava bewundern, die beim letzten Vulkanausbruch über die Straße ins Meer geflossen ist. Dort ist auch der zweitregenträchtigste Ort der Welt angeblich. Buea selbst hat nicht annähnernd so viel Regen, das aber natürlich auch Jahreszeitabhängig. Die ersten Weißen hier waren Missionare, dann die Deutschen Kolonialisten. Die Häuser stehen teilweise immer noch. Die Deutschen sind gottseidank nach dem ersten Weltkrieg abgereist, viele Kameruner wissen nicht, dass sie da wohl Glück gehabt haben.
 
An meinem ersten Tag in der afrikanischen Entwicklungshilfeorganisation lerne ich eine afrikanische Stadt kennen. Es ist schön, angekommen zu sein. Das Neue hat mich nicht überwältigt. Ich habe das Team zu Mittag eingeladen als Einstand. Eine Mitarbeiterin steckt mir einen Zettel zu mit ihrer Telefonnummer, falls ich einsam sei. Ich rufe nicht an. Ich sitze jetzt abends in der Dunkelheit in meinem Zimmer, der Strom ist ausgefallen, die Grillen zirpen draußen. Fließendes Wasser gibt es auch nicht. Es ist ungewohnt, die Abhängigkeit von diesen im fernen Norden selbstverständlichen Dingen zu spüren. Ich gehe früh schlafen, morgens früh funktioniert das Internet im Büro am besten. Ich werde per Email Kontakt aufnehmen mit der europäischen Welt, in der nicht alle schwarz sind. Aber ich mag es hier. Alle sind freundlich und natürlich.
 
Die Schwarzen, die sich auf der Straße tummeln, die kleinen Kinder, alle in Schuluniform, Kahlgeschoren, zuckersüß, dann in allen altersgruppen, die Mütter, die sich die Kinder um den unteren Rücken gebunden haben, so dass diese schlaff und zufrieden am Hintern hängen mit den kleinen beinen rechts und links  herausschauend, die älteren Schüler alle tip top gekleided, besser als in jedem entwickelten Land, selbst bei der Gartenarbeit. Ich bin aus dem völlig verschimmelten Zimmer ausgezogen, meine Lunge hat es überlebt, ich schaue auf den Hof der Sportanlage der Schule, dort waschen sich zahllose schreiende Kinder und schälen sich in ihe Schuluniformen danach. Ich bin etwas erschöpft und akklimatisiere mich. Ich fühle mich wohl hier.
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Ich war heute in der Kirche. Der Gospelgesang ist durchdringend, viele Frauen mittleren Alters, mit Masse in jeder Hinsicht, körperlich, geistig, geistlich, vom Herzen, singen, es erinnert an Polynesische Gesänge. Ich habe andere Europäer getroffen. Ich beginne meine “Mission” in Umrissen zu erkennen. Ich bin sehr gerne hier. Am Strand in Limbe war es eine Seelenreinigung, der warme Wind, das Wasser, der Müll, der vom Wasser umhergespült wird, keine Gedanken, nur eine wirkliche Welt und ich.
 
Afrika hat alles, was ich erwartet habe, aber Buea scheint mir eine relativ reiche Stadt zu sein durch die Universität und Regierung. Ich hoffe, dass wir zur Elektrifizierung der Dörfer beitragen können.

Das Windenergieprojekt trägt offentsichtlich Früchte, ein Fernsehelektriker hat sich voll und ganz der Sache verschrieben, ich kenne die Risiken, ich hoffe, unterstützen zu können. Spannend ist es ohne Frage.

Christian

Nass war’s und windig auf dem Streetlife Festival

Hallo ihr Lieben,

dem Regen haben wir versucht zu trotzen, wurden dann jedoch frühzeitig in die Flucht geschlagen am Samstag - denn saukalt war’s auch noch. Bis dahin hatte das Streetlife auch nur sehr wenige Besucher und wir beschlossen also um 19.00 Uhr nach Hause zu gehen, in der Hoffnung, dass es Sonntag besser wird.

So sah es Sonntag morgen dann auch aus. Der Schein trügte jedoch und wir waren dann den ganzen Sonntag über damit beschäftigt unseren Stand festzuhalten, denn der Wind ließ so einige Pavillions fliegen. Unsere netten Nachbarn von greenpeace energy mit ihrem Profistand haben dann unseren Stand gerettet. Denn dort durften wir uns dann in ihrem Windschatten festketten. So hatten wir dann doch noch noch einige tolle Besuche und nette Gespräche mit interessierten Besuchern.

Alles in allem war es jedoch ein eher Pleiten, Pech und Pannen Festival. Hoffentlich wird es im September besser!

Unser spezieller Dank geht an die fleißigen Helfer:

Lorenz

Daniel

Axel

Kathrin

Felix

Karin (danke für’s Helfen und für’s Auto!)

Andrea (danke für’s Auto!)

Thomas, auch wenn er uns leider nicht fand - war aber auch echt schwierig diesmal, ging wohl einigen so!

Vielen lieben Dank für euren Einsatz trotz dieses Sauwetters!!!

Eure

Cornelia und Bernadette

Fotos:

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Besser war’s da in Neuendettelsau am 19. Juli…

Wie Reinhold und Stefan berichten, hatten sie auf dem Sommerfest von Mission EineWelt da wohl etwas mehr Erfolg. Sowohl mit dem Wetter, obwohl es am Sonntag Vormaittag wohl regnete als auch mit den Besuchern.

Professionelle Unterstützung bekamen sie von Matthias und Marella aus Neuendettelsau. Sie halfen bei der Standbetreuung. Und Stefans Sohn Louis hatte auch wieder seinen Wurfstand dabei. Dabei konnten die fleißigen Helfer Reinhold, Stefan und Familie sowie Bernd auch einige Spenden für das Projekt in Kamerun sammeln. Die Besucher waren wohl sehr begeistert von unserem Projekt - das freut uns!

Ganz herzlichen Dank an die fleißigen Helfer und an Mission EineWelt für die Organisation und Einladung!

Hier noch ein paar Eindrücke vom Fest:

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Alles Liebe

Eure Cornelia

Bilder von Global Wind Day in Buea und vom Windturbinenworkshop

Hallo ihr Lieben!

wie versprochen liefer ich hier noch ein paar Bilder vom Windturbinenworkshop und vom Global Wind Day in Kamerun nach!

Alles Liebe

Cornelia

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Eine weitere Etappe ist geschafft: 30 Teilnehmer in Buea lernen Windturbinenbau

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Am 14 Juni war es soweit. Die 30 Teilnehmer (davon 2 Frauen!) der zwei Workshops, die Johannes in den drei Wochen vorher abgehalten hat, eine Versuchswindturbine in Buea in der National Advanced School for Public Works aufgebaut!

 

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Ein Medienspektakel ohne gleichen – sogar ein Video wurde gemacht und online gestellt. Unter http://www.africanews.com/site/Communitybased_green_energy_in_Cameroon/list_messages/25662 könnt ihr es euch ansehen!

 

Einen Tag vor dem ersten Global Wind Day am 15. Juni 2009 bekamen die Teilnehmer ihre Zertifikate und T-shirts ausgehändigt, nachdem sie die im Workshop gebaute Turbine aufgebaut hatten. Eine große Zeremonie und ein Tag mit vielen Absichtserklärungen und Versprechen – ab jetzt heißt es diese Versprechen zu überprüfen J

 

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Auch Johannes war sehr zufrieden, hatten die Teilnehmer doch zu 95 Prozent vollständig an dem Workshop teilgenommen und waren wirklich fleißig gewesen! Wir hatten zwei Workshops – einen immer am Wochenende (3 Wochenenden) und einen eine Woche lang an der National Advanced School for Public Works abgehalten. In der einen Gruppe waren vor allem Lehrer von 2 technischen Schulen und einige Schüler dieser Einrichtungen und im anderen waren NGO Mitarbeiter und Handwerker aus Buea und Umgebung.

 

Joseph muss man hier nennen, denn er hat u.a. einen lokalen Inverter – ein Gerät, dass 12V Batteriestrom in 230 V Steckdosenstrom umwandelt – entwickelt. Daher hatten wir ihn auch eingeladen zu dem Workshop. Er war so begeistert, dass er uns nun auf Schritt und Tritt folgt und eine wirkliche Chance im Bau der Turbinen sieht! Er will bis wir im März wieder kommen, um die Teilnehmer zu besuchen schon einige Turbinen aufgebaut haben!

 Joseph

 

Auch Acrest schickte 3 Teilnehmer (www.acrest.org) um mehr über die Windturbinen, mit denen sie ja schon experimentiert hatten zu lernen. Johannes wird die Organisation im Juli noch mal besuchen und bis dahin will der Schreiner von Acrest schon einige Flügel nach Johannes Anleitung gebaut haben. Wir werden sehen!

 

Und auch von der Organisation Shumas waren 2 Teilnehmer da. Sie haben auch eine der im Workshop gebauten Turbinen zum Materialienpreis erstanden. Bzw. sie haben die Turbine aus M’Muock Fosimondi, die einfach zu groß und zu stark für den Standort dort ist, mitgenommen und im Dorf steht nun eine der im Workshop gebauten Turbinen. Auch sie wollen weiter Turbinen bauen!

 Ingeneure ohne Grenzen

 

Die zweite Turbine steht nun an der National Advanced School for Public Works und soll dort zu Versuchs- und Ausbildungszwecken dienen. Denn die Schule hatte erneuerbare Energien zwar bisher schon in der Theorie unterrichtet, aber praktische Bildung hatte gefehlt. Nun soll der Turbinenbau in das Schulprogramm aufgenommen werden! Was ein Erfolg! Ob dem dann auch wirklich so ist, werden wir nächstes Jahr überprüfen!

 

Generell war das Publikum sehr begeisterungsfähig – ganz anders als mit unseren Erfahrungen in den Dörfern – dort wollten sie zwar immer die Turbinen und den Strom, aber sie wollten nicht so wirklich selbst bauen. Die Handwerker, Schüler, Lehrer und Akademiker (ja der Mix war groß in diesen Workshops) in der Stadt waren viel engagierter und haben wirklich die Möglichkeiten in der Technologie gesehen. Da hatten wir wohl in unserem ursprünglichen Projektplan ein paar falsche Annahmen. Dazu aber dann mehr in unserer Analyse im Abschlussbericht!

 

Edwin hat an diesem Tag auch gleich seinen Geburtstag noch mit gefeiert und sich sehr gefreut über ein kleines Geschenk von uns. Er hatte auch alle Arbeit geleistet – er hatte den Workshop von vorne bis hinten durch organisiert! Und es hat alles wunderbar geklappt. Verwundert waren wir, dass die Teilnehmer sich doch tatsächlich an die Regeln gehalten haben und alle pünktlich erschienen und auch sonst sehr aktiv dabei!

 

Und so geht es nun weiter: Mikrokredite zum Windradbau117_3016.JPG

 

Einige der Handwerker waren so begeistert, dass sie sich nun in Gruppen zusammengeschlossen haben und einen Mikrokredit von uns durch Nkong Hilltop bekommen, um Turbinen zu bauen und diese dann zu verkaufen. Dazu mussten sie Businesspläne einreichen, die schon nach 1 Woche bei uns im Büro in Campaignstreet vorlagen – sie sind also wirklich engagiert! Wir drücken nun die Daumen, dass das alles klappt und unser Partner betreut die Handwerkergruppen weiter! Wir werden berichten!

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Auch das Dorf M’Muock Fosimondi war in den Workshops vertreten – 3 Teilnehmer kamen von dort. Und speziell George Nkweteshing, der direkt neben der ersten Demonstrationsturbine in M’Muoc baut war ganz begeistert. Er hat schon einen Standort ausgesucht und baut nun fleißig an seiner ersten eigenen Turbine. Auch hier haben wir wohl im Dezember ein wenig zu schnell gehandelt. Denn das Interesse an der Technologie ist nach wie vor da, auch wenn sie nun ans nationale Stromnetz angeschlossen sind.

 

Aber zu all diesen Erkenntnissen dann mehr in unserem Abschlussbericht und hier auf dem Blog mit einem Resumee im August/September!

Bilder von der Aufstellung und der Zeremonie kommen noch nach!

 

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Ganz liebe Grüße

 

Eure

Conny und Johannes

 

 

 

 

Bücherflohmarkt zugunsten von Green Step in Wolfratshausen

Cornelias Mutter hatte die tolle Idee, in ihrem Verlag in Wolfratshausen einen Bücherflohmarkt zu veranstalten und den Erlös an Green Step zu spenden.

So öffneten wir an Christi Himmelfahrt um 10:00 Uhr die Türen des Ehlersverlages und informierten bei der Gelegenheit auch über die Arbeit von Green Step. Es gab überraschend viele Besucher mit großem Interesse an den neuwertigen und preiswerten Büchern und gegen Mittag waren bereits fast alle Bücher verkauft.  Schließlich hatten wir einen Erlös von über 400,-€ in der Kasse, der nun auf unser Vereinskonto geht!

Vielen Dank Frau Ehlers für die tolle Idee und allen Helfern für die Mitarbeit!

Bernadette

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Endlich: Die Windturbine in M’muock läuft! Und die Palastfrauen bekommen Strom aus der Steckdose!


Im Februar haben wir sie aufgestellt, damals ist ja gleich mal eine Schaltung zu Bruch gegangen und es gab noch so ein paar andere Details die geklärt werden mussten, die uns 3 Monate Zeit gekostet haben.

 windturbine

Am 22. Mai haben wir sie endlich zum Laufen gebraucht die Turbine, d.h. gelaufen ist sie vorher schon, nur konnten wir sie nicht an die Teilnehmer der Testphase übergeben, denn bis zu diesem Tage konnte uns keiner in Kamerun einen Überladeschutz bauen, der auch funktionierte. Ich will gar nicht zählen wie viel Stunden Johannes damit zugebracht hat, einen Elektriker zu finden, der einen vernünftigen Überladeschutz bauen kann. Denn das Problem ist, das die Turbine nicht ohne Last laufen darf, da sie sonst kaputt geht. Nun sind wir nicht die ersten mit dem Problem und Schaltpläne gibt es noch und nöcher, nur kann die in Kamerun niemand lesen… Und selbst unsere größte Hoffnung, ein aus Baffoussamkommender wirklich fähiger Elektriker, konnte keine funktionierende bauen. Der Überladeschutz soll dafür sorgen, dass die Schaltung vom Laden einer Batterie zur zweiten schaltet, wenn die eine bei 14,2 Volt ist. Leider schalten sie aber alle ständig hin und her sobald die Turbine mehr als 14,2 Volt produziert.

 windturbine 2

Das andere Problem ist, dass es an unserem Standort soviel Wind hat, dass die Batterien schnell überladen sein können. Und da wir uns nicht darauf verlassen wollen, dass derjenige, der für die Turbine zuständig ist, täglich nach der Turbine sieht, brauchen wir ein System, das halbwegs standhält…

 

Nun haben wir uns an die althergebrachte Lösung von Hugh Pigeott gewandt: Wir haben eine Batteriebank gebaut mit 4 Batterien, die gleichzeitig geladen werden und die permanent an der Turbine sind. Wenn diese (was unwahrscheinlich ist) über 14.2 V haben, gibt es eine Schaltung, die eine Lampe leuchten lässt, um die produzierte Energie der Turbine zu verbrauchen. Wenn diese leuchtet, dann muss Musa mit ein paar Glühbirnen die Batteriebank entladen.

 

Batteriebank windturbineZum Laden der Batterien der Teilnehmer werden diese nun einfach an die Batteriebank angeschlossen. Was den Vorteil hat, dass diese schneller laden, aber den Nachteil, dass sie immer nur soviel geladen werden können, wie die Batteriebank geladen ist. Also nie voll/voll. Aber das ist in Ordnung und ein kleineres Problem.

 

 

 

 

 

 

Am 22. Mai haben wir dann auch den 4 Teilnehmern am Testprogramm ihre Batterien und die LED-Lampen, die Johannes in mühevoller Kleinstarbeit gebaut hat, übergeben sowie ihre Handyladegeräte. Einer hat auch einen Inverter aus Baffoussam zum Testen bekommen. In 4 Wochen wird sich zeigen, was die Leute so von der Technologie halten!

 LED Lampe

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Palastfrauen jubeln: Wasserturbine nun mit Inverter direkt an die Häuser angeschlossen!

wasserturbineSchon im April hat Johannes die 9 Häuser der Palastfrauen direkt an die Wasserturbine angeschlossen. Wir wollten dieses neue System, das um einiges kostspieliger als die erste Variante ist (denn mehr Kabel und ein Inverter werden benötigt:

die Turbine selbst kostet 130 Euro,

jede Batterie kostet 50 Euro,

das Kabel von der Turbine zur Batterieladestation kostet 85 Euro

und die Verkabelung zum Haus nun noch mal 200 Euro!), da die Teilnehmer sich alle beklagten, dass das Batterietragen anstrengend wäre und sie lieber 230 V haben wollen.

Also hat Johannes das ganze System umgebaut. Nun ist die Turbine über 2 fixe Batterien und einen Inverter (300W, der aus 12 V 230 V macht) an die Palasthäuser angeschlossen. Dort haben bereits 6 Häuser Lampen und eine Steckdose zum Handyladen.

 wechselrichter anschluß

 

wechselrichter anschluß 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Frauen haben getanzt, als sie das Licht gesehen haben! Zu Essen gab es dann natürlich auch für uns – Achou heißt dieses Gericht (das kriegen wir immer im Palast, leider ist die Suppe immer kalt L)

 frauen palast mit licht

 achou

Inzwischen sind die Frauen seit 4 Wochen angeschlossen und die Nachbarschaft kommt um ihre Handys dort zu laden. Die Verkabelungskosten werden vom Fon übernommen und die Turbine soll möglichst bald in das Eigentum des Palasts übergehen! Es gibt schon einige Anfragen von Dörflern, die auch so eine Turbine haben wollen – und da Francis ja nun die Turbinen bauen kann, hat er wohl damit schon die ersten Kunden J.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Handyladen Palast

Das Inverter-System scheint den Leuten also besser zu gefallen, trotz der höheren Kosten.

 

 Und die anderen Teilnehmer am Programm können auch weiterhin ihre Batterien für daheim laden (also die, denen das Batterietragen nicht zu anstrengend ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Nicht so erfreulich: Rohre platzen und der Damm…

Ein paar Probleme gibt es natürlich immer. So hat Johannes die Leute vom Palast schon seit Wochen gebeten, den kleinen Damm, den wir gebaut haben zu zementieren, damit die Turbine in der Regenzeit nicht weggeschwemmt wird. Bis heute ist er nicht gebaut. Aber wir haben nun eine Deadline gesetzt und gesagt, wenn der Damm nicht am 7. Juni da ist, nehmen wir alles wieder mit – mal sehen, ob das nun klappt. Zudem scheint der gute Pa Thomas (der Betreuer der Turbine) das Wasser immer zu schnell zu blockieren, wenn er die Turbine abstellen will, dabei hat er schon 2 Rohre platzen lassen, denn er kreiert dabei immer ein Vakuum. Das Problem wollen wir nun mit einem kleinen Lufteinlass lösen, denn anscheinend kann man ihm nicht oft genug sagen, dass er das Wasser langsam blockieren soll… Er hat die Rohre aber brav alle ersetzt!

 

Es ist halt alles neu für ihn und die Frauen im Palast. Daher wird es wohl noch eine Weile dauern bis sie die Turbine und Batterien so gut verstehen wie ihre Benzingeneratoren J. Small, small – catch monkey J

 

Interesse gibt es inzwischen auch wieder am Erlernen des Baus solch einer Turbine – mal sehen, ob Francis da wen ausbilden kann, wenn er ein paar mehr selber gebaut hat?

 

Multiplizierworkshop: Windturbinenbau

Eine ganz schön große Menge Leute haben sich schon angemeldet – für unser Windturbinentraining ab 30. Mai in Buea. Dabei wird Johannes insgesamt 35 Teilnehmern in zwei Workshops zeigen, wie man eine Windturbine bauen kann. Der Workshop findet in der Public Works School statt, die nächstes Jahr einen Lehrbereich erneuerbare Energien mit aufbauen will, bzw. das Thema bereits in Theorie behandelt hat, aber nicht in der Praxis. Dort wird dann eine der Turbinen auch aufgebaut und an die Schule zu Lehrzwecken gespendet.

 

Zu dem Workshop kommen 5 verschiedene Organisationen, die die Technologie selbst in ihren Projekten verwenden wollen und einige Schüler und Lehrer von 2 technischen Schulen in Buea.

 

Der Workshop endet am 14. Juni – einen Tag vor dem ersten Global Wind Day (www.globalwindday.de, weltweit unter www.globalwindday.org) – klasse Planung oder?

 

Alles liebe aus Buea

Eure Cornelia und Johannes

 

 

Wilson und der Ofen – gesehen und gleich mal nachgebaut


Kinder wie Wilson braucht Kamerun! Wilson ist 12 Jahre alt. Er war mit einer Gruppe Schülern auf einem Schulausflug bei ACREST – ein Trip, den GREEN STEP e.V. im Zuge der Unterstützung der Umweltbildungsclubs finanziert hatte. In den Werkstätten von ACREST konnte Wilson so einiges entdecken – Windturbinen, Wasserturbinen, Biogasanlage und verbesserte Kocher und Öfen.

Kaum daheim hat er dann seinen eigenen kleinen Ofen gebaut in dem er schon Süßkartoffeln gebacken hat – hier ist er (sein Vater wollte ihn eigtl. kaputt machen, aber als er erfahren hat, dass der Sohn das auf dem Trip mit uns gesehen hatte, ließ er ihn weiter bauen):

 

 Wilson und der Ofen

 

Der Herr Vater erklärte bei meinem Besuch auch ganz stolz einem Motorradfahrer, dass das Ding wo der Rauch raus kommt von seinem Sohn Schornstein genannt wird :) : „He calls it chimney.“ waren seine Worte…

 

Wilson bekommt von uns nun ein wenig Ton, denn als nächstes will er einen Improved Cookstove bauen! Und ein Buch in dem er alles aufschreiben kann, was er so gebaut hat und was er so für Erfahrungen gemacht hat. Und natürlich ein gerahmtes Foto von ihm mit dem Ofen! Und eine Kopie der Story vom kleinen Jungen in Mali, der mit seinem Windrad berühmt geworden ist– den inzwischen jeder kennt oder?

Der Trip zu Acrest hat einige Schüler inspiriert, so will sich eine der Schülergruppen nächstes Schuljahr auch an den Bau einer Wind- oder Wasserturbine wagen! Es bleibt spannend – die Manuals haben sie schon! Hier mal ein paar Photos von ihrem Trip zur Acrest, was sie alles gelernt haben:

 

 acrest ofen

 

 acrest solardryer

 

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Entdeckt habe ich den Ofen durch Zufall, denn eigentlich war ich seinem Elternhaus, weil ich die Jatropha pflanzen seines Vaters begutachten wollte. Ach ja – das haben wir euch ja auch noch gar nicht berichtet. Am 26. April haben wir Jude Leh von GREENERY in Kumbo eingeladen und er hat unseren Farmern gezeigt wie man die Jatropha pflanzen als Hecke und als Erosionsschutz anbaut. Dann wurden die ersten Pflanzen verteilt, nachdem ein Vertrag unterzeichnet wurde, denn die Farmer bekommen die Pflanzen im Moment umsonst. Sobald sie aber Samen produzieren (nach 3 Jahren), müssen sie 50% der Samen abgeben, damit wir bzw. Nkong Hilltop in weiteren Dörfern die Pflanzen anbauen können und von den Samen Öl produzieren können (evtl. auch Seife). Von den restlichen 50% sollen die Farmer in M’muock selbst Öl produzieren (mit unserer Hilfe) und daraus Seife und kleine Lampen bauen.

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Beeindruckend – das Ultra Schwein

Beeindruckt hat mich: dieses riesen Schwein! 2 Jahre alt, 13 Ferkelchen geworfen (2 habens net überlebt) und einfach nur riiiieeeessssiiiiiig oder?

 

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Komposthäufen und das Training

Im April hatten wir auch ein Training für Frauen und interessierte Farmer wie man einen Komposthaufen baut und damit selbst organischen Dünger herstellen kann. In dem Workshop ging es auch im Fruchtwechsel, die Schädlichkeit von Chemikalien und Pflanzen, die man anbauen kann, um die Bodenqualität zu verbessern.

Dazu hatten wir uns unsere Bio-Rockerlady aus Kumba geholt – sie war wirklich in Bestform. Nicht nur hat sie es geschafft, dass alle Frauen alles richtig verstanden haben, sondern sie hat auch einen einmaligen Weg gefunden in die Herzen der Frauen aufgenommen zu werden. Sie haben ihr wirklich zugehört.

Bei Mdm. Flora gibt es im Workshop auch immer mal wieder Icebreaker, wenn ein „Lizard passed“ – das ist der Ausdruck für jemanden, der mal kurz eingenickt ist. Dann wurde immer mal wieder gesungen und getanzt. Ein paar der Lieder habe ich aufgenommen – leider ist das Internet zu lahm um die Videos hochzuladen. Aber bei unserer Rückkehr werden wir euch die sicherlich mal vorspielen können!

Leider kann man nicht davon ausgehen, dass nach so einem Training alle gleich heim gehen und das ganze umsetzen, daher habe ich im Mai schon mal einige der Frauen wieder getroffen und nachgefragt, ob sie denn ihren Kompost gebaut haben bzw. ob sie etwas von dem Wissen auf ihren Farmen schon umgesetzt haben. Das werden wir wohl noch öfter machen müssen. Denn von 9 befragten Frauen hatte nur 1 ihren Kompost gebaut. Die anderen 40 Teilnehmerinnen werde ich wohl erst beim nächsten Trip treffen können…

Hier ein paar Fotos vom Workshop:

 Madame Flora

 

conny

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Auf den Schulfarmen

Waren wir natürlich auch unterwegs, die diesmal erfreulicher Weise sehr sauber waren. In GS Awut haben wir Bananen und Kochbananen gepflanzt und ein paar Blümchen in drei Schulen. Und die Schulen haben auch alle ihren Komposthaufen mit Beltha gebaut.

Dabei konnten wir auch unsere Bäumchen angucken – die mehr als prächtig gedeihen – zumindest in der einen Schule, in der anderen sind sie leider nicht so gut geworden…

 

 bäumchen

 

 

Manchmal ist es jedoch schon frustrierend, welches Bildungslevel man bei den Kindern voraussetzen kann bzw. nicht voraussetzen kann. In den Dorfschulen scheint Unterricht eher sporadisch stattzufinden. Da ist es keine Seltenheit, dass ein Lehrer mal erst Ende Mai aus dem Osterurlaub zurück kommt oder die anderen Lehrer lieber Bier trinken mit den Spendern für die Schule, statt Unterricht zu halten. In einer Schule kommen die Lehrer immer erst, wenn sie unser Auto vorfahren sehen. Vorher sind die Kinder alleine… Das macht einen manchmal extrem sauer und auch echt frustriert und wenn dann noch Sachen wie die nächste passieren, fragt man sich, ob man nicht lieber wieder heim sollte:

 

Weniger erfreulich: die Regenwasserzisternen haben wir allein gebaut

Im April hatten wir ja beschlossen zwei Schulen Regenwasserzisternen zu spenden, damit zum einen die Schulen in der Trockenzeit Wasser haben, um ihre Farmen zu bewässern, damit aber v.a. die Dörfler sehen, wie man so was kostengünstig bauen kann, so dass sie ihre eigenen Tanks für die Trockenzeit bauen können. Denn eins der großen Probleme ist ja Wasserknappheit in der Trockenzeit. Dazu hatten wir von EMAS - Water for everyone ein paar Videos und eine Anleitung bekommen, wie man sehr günstig einen Tank bauen kann. Ganz ganz lieben dank dafür! Wir haben den Tank mit Francis - unserem Plumber gebaut! Und er will sich nun auch selber einen bauen!

 rainwater

Los ging es in GS Fosimondi, im April zeigten wir ihnen wie sie das Loch zu buddeln haben, was sie auch gemacht haben. Und am 18. Mai sollte es mit dem Bau los gehen. An dem Tag hatten sie aber den Sand noch nicht geholt und die Materialien, die wir mit gebracht hatten waren noch im Haus eines Lehrers und nicht in der Schule. Unverrichteter Dinge fuhren wir also wieder heim.

 

 

 

 

kiddiesAm 19. Mai waren die Dinge dann vorhanden und die Schulkinder mussten den Sand von einer entfernten Baustelle hertransportieren, da die Lehrer es nicht auf die Reihe gekriegt hatten den Transport zu organisieren… Froh war ich darüber ja nicht gerade – als Belohnung gab es für die Kinder ein Schulheft und Stift, denn das Ganze grenzte für mich an Kinderarbeit…

 

 Nun ja los ging es also – Francis unser Techniker zementierte, während die Lehrer mit schlauen Kommentaren drum herum standen. Ab und zu haben wir uns einen Spaß gemacht und einem der Lehrer mal einen Auftrag gegeben – wie z.B. säubere die Zisterne oder klopf mal einen Metallring.

 

 

 

 

 metallring

Um Punkt 12 Uhr verschwanden jedoch alle Lehrer nach Hause bzw. zu einer Beerdigung in der Nähe der Schule (wo es sicherlich jede Menge zu trinken gab) und nur einer blieb – ein Lehrer, der nicht aus dem Dorf kommt und vom Direktor verpflichtet wurde da zu bleiben…

 

Die Lehrer waren eigentlich angewiesen worden eine größere Menge von Dörflern zu animieren, zum helfen und v.a. zum zugucken, damit sie ihren eigenen bauen können… Am nächsten Tag war es noch besser, da war gleich keiner da zum helfen. Und noch schlimmer – sie versorgten unseren Handwerker noch nicht mal mit Essen – was in Kamerun ein Unding ist.

 johannes_lid

 

 wassertank

Sauer waren wir ziemlich… und haben uns bis zum Fon (Dorfvosteher) hinauf beschwert und gedroht, dass wir einfach das Dorf verlassen und nie wieder kommen, wenn so was noch mal passiert…

 

Irritiert waren wir auch, denn eigtl. hatten wir gedacht, dass sie auf diesen Wassertank mega scharf sind und daher alles tun werden um zu helfen und zu sehen, wie sie ihren eigenen bauen.

 

Es erscheint jedoch so, dass man sich lieber über das Wasserproblem beschwert und weiter darauf wartet, dass die Regierung (oder ein anderer wie wir) was macht. Nur nix selber bauen…

 wassertank 2

Enttäuschungen wie diese lassen einen immer wieder mal zweifeln, aber dann trifft man wieder andere wie Madame Flora, Madame Patricia (die Direktorin der anderen Primary school wo wir den zweiten Tank bauen und die einzige Schule, die meiner Ansicht nach dort wirklich gut läuft), Jude Leh oder Vincent Kitio den Inhaber von ACREST und der Frust verfliegt J.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und auch das passiert immer wieder mal…

Der Grund warum meist alles ganz schön lange dauert ist oft auch mal eine Brücke, die kaputt ist oder die wie diese hier noch nicht fertig ist – man hatte vergessen die Planken festzunageln… wir haben’s versucht drüber zu fahren, sind aber schon früh gescheitert – hat uns 3 Stunden gekostet der Umweg…

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Die Regenzeit…

Holt uns so langsam auch immer wieder ein… in Buea häufen sich die Gewitterstürme wie während ich diesen Blog hier schreibe – dabei hat es die Bar gegenüber komplett abgedeckt und 2 weitere Häuser in unserer Straße, der Strom fiel mal wieder 3 Tage aus und damit auch die Wasserversorgung (denn die Pumpen gehen dann nicht). Aber nicht nur die Stürme halten uns auf, durch den Regen sind die Straßen schon wieder so aufgeweicht, dass man wieder nur sehr langsam voran kommt und häufiger stecken bleibt…

 

Aber wie immer lassen wir uns nicht beirren und langsam aber sicher geht es voran!

 

Alles Liebe aus Kamerun, wo wir manchmal auch tolles wie das hier erleben dürfen:

 

 sonnuntergang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cornelia und Johannes

 

 

 

Unser Training hat begonnen


Nachdem wir in der Vorweihnachtszeit mit der schlechten Nachricht überrascht wurden, dass unser Projektdorf M´muock an das nationale Stromnetz angeschlossen wird, hatten wir große Zweifel, ob es uns möglich sein wird unserer Handwerkertraining erfolgreich durchzuführen.

Denn eines war sicher, in einem Dorf in dem unsere Handwerker mit dem Stromversorger AES Sonel preislich konkurrieren müssen, werden sie unweigerlich unterlegen sein.

Außerdem war es von Anfang an das Ziel unseres Projektes, ja sogar des ganzen Vereins, Menschen in nicht privilegierten Gebieten zu helfen. Ein Dorf, das an das Stromnetz angeschlossen ist, erfüllt dieses Kriterium nicht.

 

Wie wir nach Ndungweh kamen

Wie sollten wir innerhalb der verbleibenden acht Monate ein neues Dorf finden und dann auch noch ein viermonatiges erfolgreiches Training durchführen, wo doch die Vorbereitung für das jetzige Projekt schon fast 1,5 Jahre in Anspruch genommen hat?

Die Antwort lag bei unserem Partner Nkong Hilltop und unserem Projektassistenten Edwin.

Innerhalb eines Monats hat er über 30 Dörfer in Augenschein genommen, die für das Training in Frage kommen konnten. Natürlich sollte das Dorf nicht zu weit von M´muock entfernt liegen, da wir ja weiterhin dort arbeiten wollten. Aber es sollte keine Anzeichen dafür geben, dass das Dorf bald an das Stromnetz angeschlossen werden soll. Zuverlässigste Quelle dafür ist das so genannte Logbook. Dies ist ein Buch, in dem alle staatlichen Aktivitäten für das kommende Jahr für alle Gebiete und Dörfer niedergeschrieben werden. Eine längere Planungsphase gibt es in Kamerun nicht. Da aber auch das Logbook nicht sehr hilfreich sein kann (wir hatten es uns natürlich auch für M´muock vorher angeschaut, ohne dass was von Elektrifizierung erwähnt wurde) haben wir noch eigene Kriterien für die Auswahl benutzt:

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Das Dorf sollte klein und weit zerstreut sein. Da die Verlegung eines Kilometers Kabel ungefähr 10.000€ kostet, werden nur die Gebiete angeschlossen, in denen für wenig Aufwand viele Menschen erreicht werden. Weiter sollte das Dorf nicht zwischen zwei größeren Siedlungen liegen, da ansonsten vielleicht die beiden Städte miteinander verbunden werden und das Dorf so durch Zufall angeschlossen wird. Die Straßen sollten schlecht sein (ein Aspekt, den ich meist bereue, wenn ich nach 5 stündiger Hoppelfahrt dort ankomme) und im Dorf sollte es keine einflussreiche Person geben, die evtl. ein paar Hebel in Bewegung setzen könnte, damit das Dorf bald Strom bekommt. Und zuletzt musste es natürlich genug Wasser und/oder Wind für unsere Turbinen geben und Leute, die interessiert sind an unserem Training.

Gerade bei den letzten Kriterien ist es notwendig vor Ort das Dorf und die Menschen zu sehen. Dazu reiste Edwin wochenlang in die Lebialem Region um dort vor Ort Informationen zu sammeln.

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Als es eine Auswahl von einigen Dörfern gab, bin ich gemeinsam mit Edwin und Francis in die Region gereist um die örtlichen Standortverhältnisse zu begutachten. Francis ist unser lokaler Handwerker, der auch schon beim Aufbau der Demonstrationsturbinen in M´muock geholfen hat. Er wird mittlerweile ein richtiger Experte im Wasserläufe inspizieren und dem Bau von unseren kleinen Anlagen.

 

Wie ist Ndungweh

Es wurde schnell klar, dass Ndungweh unser neues Projektdorf werden wird. Das Dorf liegt 25km südlich von Menji, der Provinzhauptstadt am östlichen Rand der Südwestprovinz. Von Dschang, der größten Stadt in der Region zu der auch geteerte Straßen gibt, sind es etwa 1,5 Stunden mit dem Geländewagen. Das Dorf liegt verschlafen im bergigen kamerunschen Busch. Es gibt ungefähr 50 Höfe, in denen schätzungsweise 500 Menschen wohnen. Im Gegensatz zu M´muock ist die Haupteinannahmequelle (cash crop) Kaffee, so dass der Regenwald nicht vollständig abgeholzt wurde. Der Kaffee benötigt nämlich Schatten und wächst am besten in dieser bergigen Umgebung. Das Dorf liegt nicht ganz so hoch wie M´muock, daher ziehen jeden Nachmittag Wolken auf und es regnet viel. Während der Kaffeeblüte duftet der ganze Wald lieblich nach Blüten (Blumenduft ist komischerweise nicht sehr häufig in Kamerun anzutreffen).

 

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Die Leute sind sehr nett und bescheiden. Der Chief hat uns herzlich in seinem Hof aufgenommen, den er auch selbst mit fließendem Wasser ausgestattet hat. Da das Einkommen nur vom Kaffeeweltmarktpreis abhängt und es auch keine anderen Annehmlichkeiten im Dorf gibt, zieht es viele junge Menschen in die Stadt, wo sie sich meist mit kleinen Arbeiten über Wasser halten. Ein Umstand den wir hoffen, durch unser Training und dem darauf zur Verfügung stehendem Strom ändern zu können.

Ndungweh hat noch sehr viele Wasserquellen, die auch in der Trockenzeit nicht austrocknen.

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Das liegt vor allem daran, dass der Wald nicht abgeholzt wurde und während der Trockenzeit nicht das ganze Wasser für die Landwirtschaft verwendet wird. Leider gibt es aber keine Möglichkeit Windenergie zu nutzen.

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Im Gegensatz zu den Menschen in M´muock sind die Leute aus Ndungweh ärmer, da sie für den ausländischen Kaffeemarkt produzieren. Trotzdem konnte Edwin während den vielen Treffen mit der Bevölkerung, in denen Ihnen unser Projekt vorgestellt wurde, acht Handwerker für das Training gewinnen.

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Die Handwerker

Natürlich war das größte Problem für die Handwerker, wie sie das Geld für das Material aufbringen können. Ein Umstand, der uns natürlich immer sehr weh tut, aber unserer Meinung nach absolut notwendig ist, wenn man ein erfolgreiches Training haben will. Edwin konnte aber dieses Problem auch lösen, in dem er sich mit jedem Handwerker zusammen setzte und ihm die Wichtigkeit seines eigenen Beitrags erklärte. Durch einen glücklichen Umstand konnten die Dorfbewohner einen reichen Exilkameruner finden, der sie nun teilweise finanziell unterstützt. Dies ist zwar nicht im kompletten Sinne unserer Projektidee, erhöht aber den sozialen Druck der Handwerker, die am Training teilnehmen. Generell habe ich mich bisher wenig in die Organisation des Trainings eingemischt. Es ist eine rein kamerunsche Angelegenheit, die Edwin ganz in unserem Sinne meistert. Schließlich soll es ja auch mal ohne uns klappen.

 

Der Beginn des Trainings

Am letzten Montag ging es dann endlich los. Edwin eröffnete das erste Training mit dem üblichen Gebet und begrüßte die fünf tatsächlich anwesenden Handwerker.

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Zu erst wurden die Regeln für das Training geklärt und nochmals das Ziel des Projektes erörtert. Natürlich gab es wieder eine große Diskussion wegen der Finanzierung des Materials. Ein Umstand, der durch meine Anwesenheit als weißer Mann erklärt werden kann. Schließlich bringen alle anderen Organisationen meistens nur Geld. Wir aber wollen die Menschen ausbilden, wie sie mit ihren vorhandenen Ressourcen ein nachhaltiges Unterfangen beginnen können. Andere Projekte in erneuerbaren Energien werden in Kamerun meist vom Ausland finanziert. So bekommt ein Dorf in der Nähe ein größeres Wasserkraftwerk. Die kamerunsche Organisation, die von einer kirchlichen deutschen Organisation unterstützt wird, hat bereits ein anderes Wasserkraftwerk vor Ort gebaut. Von diesem haben wir erfahren, dass das Kraftwerk in das Eigentum der Gemeinschaft übergegangen ist, der angestellte Betreiber aber den Strom nicht verteilt hat, sondern ihn für sein eigenes Unternehmen verwendet hat. Eine leider typische Situation für Projekte, in denen der Gemeinschaft ein komplettes Projekt finanziert und übergeben wird. Bei uns sollen die Leute selbst die Anlagen bauen, und können dann selbst entscheiden, was sie mit ihnen und dem Strom machen. Die Handwerker einigten sich darauf, dass insgesamt drei Turbinen gebaut werden sollen. Die Handwerker, die im Anschluss die Turbine nutzen möchten, zahlen die beteiligten Handwerker aus, damit diese die Mittel haben ihre eigene Anlage beginnen zu können.

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Nachdem das geklärt war, haben wir gemeinsam den Ablauf des Trainings, das etwa 100 Stunden dauern soll besprochen. Da wir Rücksicht auf die landwirtschaftlichen Tätigkeiten der Handwerker nehmen wollen, wird das Training auf die Abendstunden gelegt. Von Montag bis Donnerstag werden wir jeweils von 15 bis 19 Uhr gemeinsam an den Turbinen arbeiten. Dann folgt eine Woche ohne Training, in der die Handwerker selbst arbeiten und ihr Wissen vertiefen können.

 

Schließlich übergab Edwin Francis und mir die Leitung. Zusammen erklärten wir den Aufbau einer Wasserturbine. Francis, der aus der Region stammt unterstützt mich immer, wenn es aufgrund der Kommunikationsprobleme notwendig ist in den lokalen Dialekt zu wechseln.

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Anschließend wollten die Handwerker wissen, welche Geräte sie mit den Wasserturbinen betreiben können. Dazu habe ich ihnen das Prinzip von elektrischer Leistung und Stromverbrauch (Watt und Wattstunden) näher erläutern und ihnen versucht das Prinzip bildlich mit einem Wassertank und verschieden dicke Rohre zu erklären. An verschiedenen Lampen und Geräte zeigte ich Ihnen, wie man deren  Leistung abliest und dann bestimmt wie viel Energie sie in einer Stunde benötigen.

 

Da wir auch während unserem Workshop Strom aus unseren Batterien benutzen und damit Lampen und Ladegeräte betreiben, haben wir eine Tabelle entworfen, in der wir nach jeder Trainingseinheit unseren Stromverbrauch eintragen.

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So sollen die Handwerker an das Rechnen mit Stromeinheiten gewöhnt werden. Gerade bei den theoretischen Teilen der Ausbildung zeigt sich die geringe Bildung der Dorfbewohner, die meist nur die Grundschule abgeschlossen haben. Ständige Wiederholungen, Übungen und einfache Erklärungen sollen hier das Defizit schmälern.

 

Zum Abschluss des ersten Tages haben wir die Handwerker auf ein gemeinsames Bier eingeladen um sie besser kennen zu lernen

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Von links: Cosmas, Bernard, Joseph und der Chief

 

Der Chief

Ist der größte Befürworter unseres Projektes. Er ist ein pensionierter Soldat, der nun in seinem Heimatdorf Ndungweh seinen Lebensabend mit Landwirtschaft verbringt. Er hat sehr viele Idee und kann für die Nutzung der erneuerbaren Energien begeistert werden. Es benötigt ein paar Widerholungen, damit er auch immer versteht, was und vor allem warum er etwas machen soll.

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Bernard

Ist einer der größten Kaffeebauern im Dorf. Er ist auch der älteste Teilnehmer. Er hat die finanziellen Mittel für eine eigene Anlage, aber sein technisches Verständnis ist eher unterdurchschnittlich. Trotzdem ist er Willens das Training erfolgreich zu absolvieren und legt auch gerne selbst Hand an. Er ist der direkte Nachbar des Chiefs und weiß schon, wo er seine Turbine errichten möchte.

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Joseph

Besitzt auch eine große Farm. Des Weiteren ist er der Dorfschmied, der landwirtschaftliche Werkzeuge aber auch einfach Gewehre baut. In seiner Werkstatt gibt es ausreichend Werkzeuge, die man für den Bau der Turbinen benötigt. Er hat das meiste technicshe Verständnis und die Metallbearbeitung geht ihm einfach von der Hand. Nur an der Präzision der Ergebnisse mangelnd es auch bei ihm.

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Cosmas

Der einzige jugendliche Teilnehmer ist Cosmas. Er hat das anfängliche Geld von seinen Eltern erhalten. Derzeit besucht er keine Schule. Als Grund gibt er die mangelnden finanziellen Möglichkeiten an. Ob dies aber tatsächlich so ist, bleibt fraglich. Es ist nichts ungewöhnliches, dass Schüler die Schule vor erreichen eines Abschlusses abbrechen.

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Der Principal

Hätte sowohl die finanziellen Ressourcen als auch das technische Verständnis gehabt. Leider erscheint ihm das Training zu aufwendig, so dass er am zweiten Tag per Brief aus dem Training ausgetreten ist

 

Richard

Ist der verbleibende fünfte Handwerker. Aufgrund familiärer Gründe wird er aber erst bei der zweiten Trainingseinheit anwesend sein.

 

Insgesamt ist die Gruppe ein sehr gutes Spiegelbild der typischen ländlichen Bewohner der Süd West Provinz. Es bleibt abzuwarten, wer in diesem Training erfolgreich das Ende erreichen wird und sein eigenes Geschäft gründen wird.

 

 

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Am nächsten Tag besprachen wir zuerst die Vorraussetzungen (Höhe und Wasserdurchfluss) des Wasserlaufes damit eine unserer Turbinen arbeiten kann. Als erste eigenständige Aufgabe bis zur nächsten Training  seinheit sollen die Handwerker ihre eigenen Standorte suchen und erste Messungen durchführen.

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Da das ganze nicht Theorie bleiben sollte sind wir anschließend zu dem nahe gelegenen Wasserlauf gegangen und haben mit Wasserwaage, Schlauch und Eimer, die Höhe und die Wassermenge bestimmt. Hoffentlich haben nicht nur alle genickt, als ich sie zum Schluss fragte, ob sie denn alles verstanden hätten.

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Zum Abschluss haben wir die notwendigen Materialen und die Werkzeuge für das Training vorgestellt.

 

 

Der nächste Tag war im Zeichen der Lichtmaschine und ersten Übungen. Gemeinsam mit den Handwerkern haben wir mehrere Lichtmaschinen zerlegt und wieder zusammengesetzt. Dies ist zwar nicht ein notwendiger Schritt, trägt aber zum Verständnis der Generatorentechnik bei.

 

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Vor allem beim Kauf der Lichtmaschinen kann ihnen das behilflich sein, da schon einfache Test auf eine gute oder schlechte Maschine schließen lässt. Dann begannen wir mit einfachen Sägearbeiten und bereiteten die Scheiben für die Turbine vor.

 

Es hat sehr viel Spaß gemacht mit den Leuten zu arbeiten und ich freue mich schon auf nächsten Montag, wenn es weitergehen wird. Dann werde ich auch in mein kleines Zimmer im Gemeindehaus von Ndungweh auf dem Palastgelände des Chiefs ziehen.

 

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Viele Grüße

 

                        Johannes