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Infos zum Projekt
Archiv der Kategorie Christian in Kamerun
Erste Eindrücke aus Buea von Christian Oktober 2009
29.10.2009 von Cornelia.
Buea ist eine sehr schöne, am Mount Cameroon gelegene Stadt. Der Berg ist im Verhältnis zu seiner unglaublichen Größe relativ klein im Durchmesser, man kann um ihn herumfahren und die Lava bewundern, die beim letzten Vulkanausbruch über die Straße ins Meer geflossen ist. Dort ist auch der zweitregenträchtigste Ort der Welt angeblich. Buea selbst hat nicht annähnernd so viel Regen, das aber natürlich auch Jahreszeitabhängig. Die ersten Weißen hier waren Missionare, dann die Deutschen Kolonialisten. Die Häuser stehen teilweise immer noch. Die Deutschen sind gottseidank nach dem ersten Weltkrieg abgereist, viele Kameruner wissen nicht, dass sie da wohl Glück gehabt haben.
An meinem ersten Tag in der afrikanischen Entwicklungshilfeorganisation lerne ich eine afrikanische Stadt kennen. Es ist schön, angekommen zu sein. Das Neue hat mich nicht überwältigt. Ich habe das Team zu Mittag eingeladen als Einstand. Eine Mitarbeiterin steckt mir einen Zettel zu mit ihrer Telefonnummer, falls ich einsam sei. Ich rufe nicht an. Ich sitze jetzt abends in der Dunkelheit in meinem Zimmer, der Strom ist ausgefallen, die Grillen zirpen draußen. Fließendes Wasser gibt es auch nicht. Es ist ungewohnt, die Abhängigkeit von diesen im fernen Norden selbstverständlichen Dingen zu spüren. Ich gehe früh schlafen, morgens früh funktioniert das Internet im Büro am besten. Ich werde per Email Kontakt aufnehmen mit der europäischen Welt, in der nicht alle schwarz sind. Aber ich mag es hier. Alle sind freundlich und natürlich.
Die Schwarzen, die sich auf der Straße tummeln, die kleinen Kinder, alle in Schuluniform, Kahlgeschoren, zuckersüß, dann in allen altersgruppen, die Mütter, die sich die Kinder um den unteren Rücken gebunden haben, so dass diese schlaff und zufrieden am Hintern hängen mit den kleinen beinen rechts und links herausschauend, die älteren Schüler alle tip top gekleided, besser als in jedem entwickelten Land, selbst bei der Gartenarbeit. Ich bin aus dem völlig verschimmelten Zimmer ausgezogen, meine Lunge hat es überlebt, ich schaue auf den Hof der Sportanlage der Schule, dort waschen sich zahllose schreiende Kinder und schälen sich in ihe Schuluniformen danach. Ich bin etwas erschöpft und akklimatisiere mich. Ich fühle mich wohl hier.
Ich war heute in der Kirche. Der Gospelgesang ist durchdringend, viele Frauen mittleren Alters, mit Masse in jeder Hinsicht, körperlich, geistig, geistlich, vom Herzen, singen, es erinnert an Polynesische Gesänge. Ich habe andere Europäer getroffen. Ich beginne meine “Mission” in Umrissen zu erkennen. Ich bin sehr gerne hier. Am Strand in Limbe war es eine Seelenreinigung, der warme Wind, das Wasser, der Müll, der vom Wasser umhergespült wird, keine Gedanken, nur eine wirkliche Welt und ich.
Afrika hat alles, was ich erwartet habe, aber Buea scheint mir eine relativ reiche Stadt zu sein durch die Universität und Regierung. Ich hoffe, dass wir zur Elektrifizierung der Dörfer beitragen können.
Das Windenergieprojekt trägt offentsichtlich Früchte, ein Fernsehelektriker hat sich voll und ganz der Sache verschrieben, ich kenne die Risiken, ich hoffe, unterstützen zu können. Spannend ist es ohne Frage.
Christian
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