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Archive für April 2009

Unser Training hat begonnen


Nachdem wir in der Vorweihnachtszeit mit der schlechten Nachricht überrascht wurden, dass unser Projektdorf M´muock an das nationale Stromnetz angeschlossen wird, hatten wir große Zweifel, ob es uns möglich sein wird unserer Handwerkertraining erfolgreich durchzuführen.

Denn eines war sicher, in einem Dorf in dem unsere Handwerker mit dem Stromversorger AES Sonel preislich konkurrieren müssen, werden sie unweigerlich unterlegen sein.

Außerdem war es von Anfang an das Ziel unseres Projektes, ja sogar des ganzen Vereins, Menschen in nicht privilegierten Gebieten zu helfen. Ein Dorf, das an das Stromnetz angeschlossen ist, erfüllt dieses Kriterium nicht.

 

Wie wir nach Ndungweh kamen

Wie sollten wir innerhalb der verbleibenden acht Monate ein neues Dorf finden und dann auch noch ein viermonatiges erfolgreiches Training durchführen, wo doch die Vorbereitung für das jetzige Projekt schon fast 1,5 Jahre in Anspruch genommen hat?

Die Antwort lag bei unserem Partner Nkong Hilltop und unserem Projektassistenten Edwin.

Innerhalb eines Monats hat er über 30 Dörfer in Augenschein genommen, die für das Training in Frage kommen konnten. Natürlich sollte das Dorf nicht zu weit von M´muock entfernt liegen, da wir ja weiterhin dort arbeiten wollten. Aber es sollte keine Anzeichen dafür geben, dass das Dorf bald an das Stromnetz angeschlossen werden soll. Zuverlässigste Quelle dafür ist das so genannte Logbook. Dies ist ein Buch, in dem alle staatlichen Aktivitäten für das kommende Jahr für alle Gebiete und Dörfer niedergeschrieben werden. Eine längere Planungsphase gibt es in Kamerun nicht. Da aber auch das Logbook nicht sehr hilfreich sein kann (wir hatten es uns natürlich auch für M´muock vorher angeschaut, ohne dass was von Elektrifizierung erwähnt wurde) haben wir noch eigene Kriterien für die Auswahl benutzt:

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Das Dorf sollte klein und weit zerstreut sein. Da die Verlegung eines Kilometers Kabel ungefähr 10.000€ kostet, werden nur die Gebiete angeschlossen, in denen für wenig Aufwand viele Menschen erreicht werden. Weiter sollte das Dorf nicht zwischen zwei größeren Siedlungen liegen, da ansonsten vielleicht die beiden Städte miteinander verbunden werden und das Dorf so durch Zufall angeschlossen wird. Die Straßen sollten schlecht sein (ein Aspekt, den ich meist bereue, wenn ich nach 5 stündiger Hoppelfahrt dort ankomme) und im Dorf sollte es keine einflussreiche Person geben, die evtl. ein paar Hebel in Bewegung setzen könnte, damit das Dorf bald Strom bekommt. Und zuletzt musste es natürlich genug Wasser und/oder Wind für unsere Turbinen geben und Leute, die interessiert sind an unserem Training.

Gerade bei den letzten Kriterien ist es notwendig vor Ort das Dorf und die Menschen zu sehen. Dazu reiste Edwin wochenlang in die Lebialem Region um dort vor Ort Informationen zu sammeln.

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Als es eine Auswahl von einigen Dörfern gab, bin ich gemeinsam mit Edwin und Francis in die Region gereist um die örtlichen Standortverhältnisse zu begutachten. Francis ist unser lokaler Handwerker, der auch schon beim Aufbau der Demonstrationsturbinen in M´muock geholfen hat. Er wird mittlerweile ein richtiger Experte im Wasserläufe inspizieren und dem Bau von unseren kleinen Anlagen.

 

Wie ist Ndungweh

Es wurde schnell klar, dass Ndungweh unser neues Projektdorf werden wird. Das Dorf liegt 25km südlich von Menji, der Provinzhauptstadt am östlichen Rand der Südwestprovinz. Von Dschang, der größten Stadt in der Region zu der auch geteerte Straßen gibt, sind es etwa 1,5 Stunden mit dem Geländewagen. Das Dorf liegt verschlafen im bergigen kamerunschen Busch. Es gibt ungefähr 50 Höfe, in denen schätzungsweise 500 Menschen wohnen. Im Gegensatz zu M´muock ist die Haupteinannahmequelle (cash crop) Kaffee, so dass der Regenwald nicht vollständig abgeholzt wurde. Der Kaffee benötigt nämlich Schatten und wächst am besten in dieser bergigen Umgebung. Das Dorf liegt nicht ganz so hoch wie M´muock, daher ziehen jeden Nachmittag Wolken auf und es regnet viel. Während der Kaffeeblüte duftet der ganze Wald lieblich nach Blüten (Blumenduft ist komischerweise nicht sehr häufig in Kamerun anzutreffen).

 

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Die Leute sind sehr nett und bescheiden. Der Chief hat uns herzlich in seinem Hof aufgenommen, den er auch selbst mit fließendem Wasser ausgestattet hat. Da das Einkommen nur vom Kaffeeweltmarktpreis abhängt und es auch keine anderen Annehmlichkeiten im Dorf gibt, zieht es viele junge Menschen in die Stadt, wo sie sich meist mit kleinen Arbeiten über Wasser halten. Ein Umstand den wir hoffen, durch unser Training und dem darauf zur Verfügung stehendem Strom ändern zu können.

Ndungweh hat noch sehr viele Wasserquellen, die auch in der Trockenzeit nicht austrocknen.

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Das liegt vor allem daran, dass der Wald nicht abgeholzt wurde und während der Trockenzeit nicht das ganze Wasser für die Landwirtschaft verwendet wird. Leider gibt es aber keine Möglichkeit Windenergie zu nutzen.

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Im Gegensatz zu den Menschen in M´muock sind die Leute aus Ndungweh ärmer, da sie für den ausländischen Kaffeemarkt produzieren. Trotzdem konnte Edwin während den vielen Treffen mit der Bevölkerung, in denen Ihnen unser Projekt vorgestellt wurde, acht Handwerker für das Training gewinnen.

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Die Handwerker

Natürlich war das größte Problem für die Handwerker, wie sie das Geld für das Material aufbringen können. Ein Umstand, der uns natürlich immer sehr weh tut, aber unserer Meinung nach absolut notwendig ist, wenn man ein erfolgreiches Training haben will. Edwin konnte aber dieses Problem auch lösen, in dem er sich mit jedem Handwerker zusammen setzte und ihm die Wichtigkeit seines eigenen Beitrags erklärte. Durch einen glücklichen Umstand konnten die Dorfbewohner einen reichen Exilkameruner finden, der sie nun teilweise finanziell unterstützt. Dies ist zwar nicht im kompletten Sinne unserer Projektidee, erhöht aber den sozialen Druck der Handwerker, die am Training teilnehmen. Generell habe ich mich bisher wenig in die Organisation des Trainings eingemischt. Es ist eine rein kamerunsche Angelegenheit, die Edwin ganz in unserem Sinne meistert. Schließlich soll es ja auch mal ohne uns klappen.

 

Der Beginn des Trainings

Am letzten Montag ging es dann endlich los. Edwin eröffnete das erste Training mit dem üblichen Gebet und begrüßte die fünf tatsächlich anwesenden Handwerker.

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Zu erst wurden die Regeln für das Training geklärt und nochmals das Ziel des Projektes erörtert. Natürlich gab es wieder eine große Diskussion wegen der Finanzierung des Materials. Ein Umstand, der durch meine Anwesenheit als weißer Mann erklärt werden kann. Schließlich bringen alle anderen Organisationen meistens nur Geld. Wir aber wollen die Menschen ausbilden, wie sie mit ihren vorhandenen Ressourcen ein nachhaltiges Unterfangen beginnen können. Andere Projekte in erneuerbaren Energien werden in Kamerun meist vom Ausland finanziert. So bekommt ein Dorf in der Nähe ein größeres Wasserkraftwerk. Die kamerunsche Organisation, die von einer kirchlichen deutschen Organisation unterstützt wird, hat bereits ein anderes Wasserkraftwerk vor Ort gebaut. Von diesem haben wir erfahren, dass das Kraftwerk in das Eigentum der Gemeinschaft übergegangen ist, der angestellte Betreiber aber den Strom nicht verteilt hat, sondern ihn für sein eigenes Unternehmen verwendet hat. Eine leider typische Situation für Projekte, in denen der Gemeinschaft ein komplettes Projekt finanziert und übergeben wird. Bei uns sollen die Leute selbst die Anlagen bauen, und können dann selbst entscheiden, was sie mit ihnen und dem Strom machen. Die Handwerker einigten sich darauf, dass insgesamt drei Turbinen gebaut werden sollen. Die Handwerker, die im Anschluss die Turbine nutzen möchten, zahlen die beteiligten Handwerker aus, damit diese die Mittel haben ihre eigene Anlage beginnen zu können.

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Nachdem das geklärt war, haben wir gemeinsam den Ablauf des Trainings, das etwa 100 Stunden dauern soll besprochen. Da wir Rücksicht auf die landwirtschaftlichen Tätigkeiten der Handwerker nehmen wollen, wird das Training auf die Abendstunden gelegt. Von Montag bis Donnerstag werden wir jeweils von 15 bis 19 Uhr gemeinsam an den Turbinen arbeiten. Dann folgt eine Woche ohne Training, in der die Handwerker selbst arbeiten und ihr Wissen vertiefen können.

 

Schließlich übergab Edwin Francis und mir die Leitung. Zusammen erklärten wir den Aufbau einer Wasserturbine. Francis, der aus der Region stammt unterstützt mich immer, wenn es aufgrund der Kommunikationsprobleme notwendig ist in den lokalen Dialekt zu wechseln.

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Anschließend wollten die Handwerker wissen, welche Geräte sie mit den Wasserturbinen betreiben können. Dazu habe ich ihnen das Prinzip von elektrischer Leistung und Stromverbrauch (Watt und Wattstunden) näher erläutern und ihnen versucht das Prinzip bildlich mit einem Wassertank und verschieden dicke Rohre zu erklären. An verschiedenen Lampen und Geräte zeigte ich Ihnen, wie man deren  Leistung abliest und dann bestimmt wie viel Energie sie in einer Stunde benötigen.

 

Da wir auch während unserem Workshop Strom aus unseren Batterien benutzen und damit Lampen und Ladegeräte betreiben, haben wir eine Tabelle entworfen, in der wir nach jeder Trainingseinheit unseren Stromverbrauch eintragen.

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So sollen die Handwerker an das Rechnen mit Stromeinheiten gewöhnt werden. Gerade bei den theoretischen Teilen der Ausbildung zeigt sich die geringe Bildung der Dorfbewohner, die meist nur die Grundschule abgeschlossen haben. Ständige Wiederholungen, Übungen und einfache Erklärungen sollen hier das Defizit schmälern.

 

Zum Abschluss des ersten Tages haben wir die Handwerker auf ein gemeinsames Bier eingeladen um sie besser kennen zu lernen

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Von links: Cosmas, Bernard, Joseph und der Chief

 

Der Chief

Ist der größte Befürworter unseres Projektes. Er ist ein pensionierter Soldat, der nun in seinem Heimatdorf Ndungweh seinen Lebensabend mit Landwirtschaft verbringt. Er hat sehr viele Idee und kann für die Nutzung der erneuerbaren Energien begeistert werden. Es benötigt ein paar Widerholungen, damit er auch immer versteht, was und vor allem warum er etwas machen soll.

(chief ist auf dem Bild links)   dsci0057.JPG  

 

Bernard

Ist einer der größten Kaffeebauern im Dorf. Er ist auch der älteste Teilnehmer. Er hat die finanziellen Mittel für eine eigene Anlage, aber sein technisches Verständnis ist eher unterdurchschnittlich. Trotzdem ist er Willens das Training erfolgreich zu absolvieren und legt auch gerne selbst Hand an. Er ist der direkte Nachbar des Chiefs und weiß schon, wo er seine Turbine errichten möchte.

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Joseph

Besitzt auch eine große Farm. Des Weiteren ist er der Dorfschmied, der landwirtschaftliche Werkzeuge aber auch einfach Gewehre baut. In seiner Werkstatt gibt es ausreichend Werkzeuge, die man für den Bau der Turbinen benötigt. Er hat das meiste technicshe Verständnis und die Metallbearbeitung geht ihm einfach von der Hand. Nur an der Präzision der Ergebnisse mangelnd es auch bei ihm.

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Cosmas

Der einzige jugendliche Teilnehmer ist Cosmas. Er hat das anfängliche Geld von seinen Eltern erhalten. Derzeit besucht er keine Schule. Als Grund gibt er die mangelnden finanziellen Möglichkeiten an. Ob dies aber tatsächlich so ist, bleibt fraglich. Es ist nichts ungewöhnliches, dass Schüler die Schule vor erreichen eines Abschlusses abbrechen.

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Der Principal

Hätte sowohl die finanziellen Ressourcen als auch das technische Verständnis gehabt. Leider erscheint ihm das Training zu aufwendig, so dass er am zweiten Tag per Brief aus dem Training ausgetreten ist

 

Richard

Ist der verbleibende fünfte Handwerker. Aufgrund familiärer Gründe wird er aber erst bei der zweiten Trainingseinheit anwesend sein.

 

Insgesamt ist die Gruppe ein sehr gutes Spiegelbild der typischen ländlichen Bewohner der Süd West Provinz. Es bleibt abzuwarten, wer in diesem Training erfolgreich das Ende erreichen wird und sein eigenes Geschäft gründen wird.

 

 

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Am nächsten Tag besprachen wir zuerst die Vorraussetzungen (Höhe und Wasserdurchfluss) des Wasserlaufes damit eine unserer Turbinen arbeiten kann. Als erste eigenständige Aufgabe bis zur nächsten Training  seinheit sollen die Handwerker ihre eigenen Standorte suchen und erste Messungen durchführen.

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Da das ganze nicht Theorie bleiben sollte sind wir anschließend zu dem nahe gelegenen Wasserlauf gegangen und haben mit Wasserwaage, Schlauch und Eimer, die Höhe und die Wassermenge bestimmt. Hoffentlich haben nicht nur alle genickt, als ich sie zum Schluss fragte, ob sie denn alles verstanden hätten.

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Zum Abschluss haben wir die notwendigen Materialen und die Werkzeuge für das Training vorgestellt.

 

 

Der nächste Tag war im Zeichen der Lichtmaschine und ersten Übungen. Gemeinsam mit den Handwerkern haben wir mehrere Lichtmaschinen zerlegt und wieder zusammengesetzt. Dies ist zwar nicht ein notwendiger Schritt, trägt aber zum Verständnis der Generatorentechnik bei.

 

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Vor allem beim Kauf der Lichtmaschinen kann ihnen das behilflich sein, da schon einfache Test auf eine gute oder schlechte Maschine schließen lässt. Dann begannen wir mit einfachen Sägearbeiten und bereiteten die Scheiben für die Turbine vor.

 

Es hat sehr viel Spaß gemacht mit den Leuten zu arbeiten und ich freue mich schon auf nächsten Montag, wenn es weitergehen wird. Dann werde ich auch in mein kleines Zimmer im Gemeindehaus von Ndungweh auf dem Palastgelände des Chiefs ziehen.

 

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Viele Grüße

 

                        Johannes

 

 

Sojabohnen, Karotten, Bäume pflanzen und das Ganze gedüngt mit Müll in Schulfarmen…


Beltha heißt sie – unser neuer Hoffnungsträger, sie ist 22 und hat Umweltwissenschaften in Buea studiert. Ein lustiges Kerlchen ist sie auf jeden Fall, und sie hat Style – das muss man ihr lassen. Zieht sie doch zum arbeiten im Feld mit den Schülern in M’muock Fosimondi Kniestrümpfe an (andere Menschen würden barfuß arbeiten oder  Gummistiefel anziehen – nein, sie stellt ihre Sandalen hin und zieht sich Kniestrümpfe (wohl gemerkt ohne Schube!) an – fand ich ziemlich witzig J ).k640_k1024_dsci0094.JPG

Einen Vorteil hat sie schon mal gegenüber den ewig sturen kamerunschen Männern – sie lässt sich was sagen, hört zu, begreift schnell und setzt Anregungen sofort um. Ob das am Alter oder am Geschlecht liegt – keine Ahnung, aber angenehm macht das die Zusammenarbeit auf jeden Fall!

 

Aber von vorne. Beltha arbeitet seit Mitte März mit und für uns im Bereich Umweltbildung. Sie soll den Themenbereich dann in Zukunft auch alleine für Nkong Hilltop managen, und dazu muss sie jetzt natürlich erst mal jede Menge lernen. Interesse hat sie u.a. an Wastemanagement und sie weiß Bescheid über Gefahren von Pestiziden und Chemikalien in der Landwirtschaft und Industrie. Zudem ist sie begeisterte Farmerin – sie ist im Dorf aufgewachsen und interessiert sich für Bioanbau und das Ausprobieren in der Praxis. Super also!

Ein kleiner Dickkopf ist sie auch, spricht sie doch mit kamerunschen Gendarmen nur englisch (was die natürlich mega ärgert, weil sie alle fast nur französisch oder Pidgin sprechen) und sie lässt sich von keinem über den Tisch ziehen – das ist mal klar J. Ein Mädel ganz nach meinem Geschmack also J.

 

Zudem hat sie Interesse an biologischem Anbau, Müllmanagement und anderen Themen die helfen die Umwelt zu schützen und gleichzeitig den Menschen helfen. Wollen wir mal hoffen, dass ihr Enthusiasmus und ihre Wissbegier erhalten bleiben!

Ersten Ärger gab es allerdings auch schon – so wollte sie doch glatt ihren Plastikmüll auf der Fahrt aus dem Fenster werfen – ihre Aussage: Hab im Moment keine andere Wahl. Ich scheine da wohl wirklich allein auf weiter Flur zu stehen mit der Idee, dass man den Müll zu den offiziellen Sammelstellen in den Städten bringt… Nun ja. Auch das wird sie lernen…

 

Die Bio-Rockerlady :)

FlorenceUnd noch ne Powerfrau haben wir inzwischen kennen gelernt und zwar in Kumba. Hier ist die Dame! Coole Maschine oder? Florence heißt die Gute und sie hat 2007 ein Training zu biologischem Anbau und Produktion von Bio-dünger in Japan erhalten. Daraufhin hat sie ihre Organisation Nature is Life gegründet und die produzieren inzwischen in großem Stil Bio-Dünger (siehe Foto) und sind dabei eine Modellfarm für Bio-Anbau in Kumba aufzubauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Florence hat uns viel erzählt und erklärt und im April fahren wir sie noch mal besuchen, um mehr zu erfahren. Zudem wird sie im April einen Workshop für die Frauen in unserem Dorf zum Thema Kompostierung, Mischkultur und Fruchtwechsel geben. Gefunden haben wir diese mega Ressource durch Jan – er hat in Japan ein FÖJ gemacht und die Powerfrau dort kennen gelernt und ihr Projekt in Kumba dann besucht. Danke Jan!!! (Im Bild: Biodünger aus Kumba)

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Wir werden sicherlich weiter mit ihr zusammenarbeiten, denn die Frau hat nicht nur Power, sondern auch Wissen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

k1024_dsci0030.JPGIn Kumba gibt es so einiges spannendes, so u.a. diese kleinen Elektrotaxis – die sind neu dort, kommen aus China! Klasse Sache oder? Ob so besonders zuverlässig ist die Frage, denn der Strom fällt im Moment auch in Buea mal wieder recht häufig aus… Inzwischen gibt es immer wieder Regenstürme und die scheinen die Leitungen hier nicht so ganz auszuhalten…

 

 

 

 

Politik wo man hinsieht…

k1024_dsci0026.JPGHerausgefunden haben wir zudem, dass dieses Wasserkraftwerk hier zwischen Buea und Kumba in den 70er Jahren (aus politischen Gründen, um der Südwestprovinz nicht zuviel Macht zu geben) einfach mal abgeschaltet wurde…

 

 

 

 

 

 

 

Umweltbildung in M’muock

Das Thema Umweltbildung und nachhaltiges Ressourcenmanagement in M’muock Fosimondi nimmt nun also Konturen an. Es wird ein langer und steiniger Weg (wie wörtlich ca. jeder Weg in Kamerun…) werden. Unsere Zielgruppen mit denen wir zunächst arbeiten sind Schüler und Frauengruppen.

 

Dazu hatten wir uns im Februar erstmal gemeinsam mit einigen Lehrern und Frauengruppen überlegt welche Projekte sinnvoll sein könnten, um auf die Umweltprobleme und mögliche Lösungen aufmerksam zu machen. Natürlich müssen das praktische Projekte sein, da waren wir uns einig, denn einfach nur Workshops zum Thema: Eure Böden sind ausgelaugt und das Wasser wird knapp, bringen wenig, zumal die meisten ja die Probleme kennen und sehen.

Und da die meisten nun mal von der Landwirtschaft leben, müssen die Projekte dieses Thema beinhalten, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen.

 

Zielgruppe Schulen: Umweltklubs

k640_dsci0052.JPGWir unterstützen nun Umweltklubs in M’muock Fosimondi, in sechs Schulen (4 Grundschulen, 2 weiterführende Schulen) mit finanziellen Mitteln und Lehrunterlagen und begleiten die Projekte für 3 Jahre. Die Ideen und Themen sollen vornehmlich von den Schülern selbst kommen. Ziel dabei ist, dass die Schüler Umweltschutz nicht nur theoretisch behandeln, sondern selbst konkrete Projekte dazu zu entwickeln und mit unserer Hilfe umsetzen. Zunächst geben wir natürlich ein paar Anregungen, aber in Zukunft sollte dies möglichst autonom laufen.

 

Im Februar hatte ich mit den Lehrern einen Workshop, bei dem wir die Struktur der Clubs besprachen und wie eine Förderung erhalten werden kann. Sie hatten von Mitte bis Ende Februar Zeit sich zu gründen und einen Aktivitäten Plan einzureichen. Das haben sie auch alle brav gemacht.

Leider haben ein paar nicht so ganz verstanden, dass wir keine chemischen Spraymittel und Dünger fördern, sondern nur den biologischen Anbau von Gemüse auf ihren Feldern fördern…. Aber das konnten wir dann noch klären.

Wir hoffen, dass durch den Anbau und das Versuchen neuer Methoden auf den Schulfeldern das Wissen über Böden, Nährstoffe, Dünger, Pesitzide und natürliche Pestizide, Mischkultur usw. öffentlich werden. Wobei wir schon jetzt merken, dass wir wohl eine Ernte-party schmeißen müssen, bei der die Eltern eingeladen werden und bei der die Kinder dann alles zeigen, was sie produziert haben…

 

Für dieses Jahr hatten die sechs Schulen, die in mehrere Untergruppen aufgeteilt sind (insgesamt sind 350 Schüler mit dabei), sich die folgenden Themen überlegt:

 

  1. Bäume pflanzen für den Schutz von Wasserressourcen

k640_k1024_dsci0075.JPGEin immer größer werdendes Problem ist die mangelnde Wasserversorgung einiger Dorfgebiete in der Trockenzeit. Das liegt zum einen daran, dass um die Wasserquellen kaum mehr Bäume stehen und viel Wasser einfach verdunstet und zum anderen daran, dass oft nur der Eukalyptusbaum gepflanzt wird, der extreeeeem viel Wasser braucht und seeeehr lange Wurzeln hat, um sich dieses Wasser zu holen.

Also haben wir uns mit ERUDEF zusammen getan, die von Trees for the Future gefördert werden und haben unsere Schüler und Lehrer von drei Schulen zu einem Workshop, den ERUDEF in unserem Dorf sowieso abgehalten hat mit hin geschickt. Dort haben die Schüler und Lehrer Infos über 4 Baumsorten bekommen und gelernt wie man sie aussäht. Und das haben wir dann später gemeinsam gemacht. Bin mal gespannt wie viele der Bäumchen was werden – wir werden weiter berichten! Die Sorten werden um Wasserstellen herum gepflanzt und helfen Wasser in der Erde zu speichern.

Die Samen sind soooo viele, dass die Kinder, wenn denn alle Samen aufgehen, einige Bäumchen mit nach Hause nehmen können und um ihre Wasserquellen und Häuser pflanzen können.

 

  1. Biologischer Sojabohnenanbau

k640_k1024_dsci0141.JPGEine der Schulen baut nun Sojabohnen an, was wir natürlich wunderbar finden, denn erstens helfen Sojabohnen wichtigen Stickstoff in die Erde zu bringen und zweitens ist Soja gesund – es hat viel Protein, was den meisten Kiddis im Dorf fehlt. Wir haben das Ganze als Mischkultur mit Mais angelegt. Und wenn wir das nächste mal hin fahren, zeigen wir (bzw. Beltha) den Kindern wie man aus Chilli und Knoblauch und Backpulver natürliche Pestizide machen kann. Wir sind gespannt J.

In dieser Schule haben dann zudem unseren ersten Kompostversuchshaufen gebaut – siehe hier die Direktorin im Mist, die den Haufen bewässert…

 

 

 

 

Life dabei – Morgenapell!

k640_dsci0119.JPGIn dieser Schule konnten wir auch beim Morgenapell life dabei sein. Das müsste man mal unseren Schülern zeigen… Um acht Uhr (offiziell um halb acht) stehen die Kinder in zweier Reihen nach Klassen geordnet und müssen erstmal militärmäßig hüpfen und sich drehen. Dann wird die Nationalhymne (täglich zwischen französisch und englisch wechselnd) gesungen und dabei die Fahne gehisst. Danach marschieren die Klassen nacheinander in ihre Klassenzimmer ab (begleitet von den anderen Klassen, die ein Marschlied singen). Ich war schwer beeindruckt. Und so geht das jeden Morgen…

 

Müll in den Feldern

Als wir dann nach kurzer Theoriestunde die Sojabohnen und Maiskörner auszupflanzen, wollten wir besonderen Wert auf Feldhygiene setzen, und zusehen, dass alles, was nicht ins Feld gehört weg kommt. Da lagen alte Schuhe, Blechdosen, Plastiktüten und Plastikbecher, alte Batterien und jede Menge anderer Müll herum. Die Kinder haben sich auch echt Mühe gegeben, das Zeug weg zu sammeln, aber mit wenig Erfolg, am nächsten Tag sah es schon wieder genauso aus. Zunächst hatten sie auch vor das Plastikzeug einfach in den Komposthaufen zu schmeißen, das konnten wir dann gerade noch verhindern! Das Thema werden die Lehrer (die übrigens ihren Müll auch einfach in die Felder schmeißen) und Beltha noch ganz schön intensiv behandeln müssen… Vor allem die Batterien sollten aus den Feldern raus… Und generell kann jeder Müll ein Überträger von Krankheiten auf die Pflanzen sein, das muss noch etwas klarer gemacht werden… Da liegt noch ein weiter Weg vor uns. Zumal die einzige Möglichkeit im Moment darin besteht den Müll zu verbrennen…

 

 

  1. Biologischer Anbau von Karotten und Lauch und Zwiebeln in Mischkultur

k640_k1024_dsci0107.JPGWieder eine andere Schule möchte gerne Karotten und Lauch anbauen, wir haben noch Zwiebeln dazugefügt und wollen nun folgendes ausprobieren. Ein Feld bepflanzen wir mit Karotten und Lauch (1 Reihe Möhren, 4 Reihen Lauch) und eines mit Karotten und Zwiebeln. Denn was wir bisher wissen, ist dass Karotten und Zwiebeln sich gegenseitig helfen, die Insekten zu vertreiben. Ob das auch mit Lauch klappt, das wird nun unser Versuch. Gedüngt haben wir hier mit dem Bio-Dünger von Florence aus Kumba. Und im April gibt es dann auch noch ein Training zum mulchen und zur natürlichen Pestizidherstellung.

Die Rezepte dafür sollen die Kiddis dann in einem Report zusammenschreiben. Bin mal gespannt!

 

Traurig aber wahr: Schlagen gehört zum Alltag…

In der Theorie wusste ich, dass körperliche Strafen zum Alltag an kamerunschen Schulen gehören (wenn auch offiziell verboten). Wenn man es dann aber life sieht ist es doch wieder was anderes. Während der Theoriestunde zum Karotten/Zwiebel Mischanbau alberte eines der älteren Mädels herum. Und ohne Vorwarnung ging der Direktor der Schule hin und schlug sie mehrfach mit der flachen Hand (immerhin nicht ins Gesicht). Beltha murmelte nur „don’t beat her“ – erst da realisierte ich, was los war. Einfach krass. Aber so sind die Kinder es hier von klein auf meist von ihren Eltern gewöhnt. Schwieriges Thema… Generell das Schulbildungsthema ist ein schwieriges für uns.

Denn die Schulen arbeiten viel mit auswendig lernen, Bestrafung, wenn man was Falsches sagt oder tut und eben auch Schlägen. Alles nicht besonders der Kreativität dienlich.

Andererseits haben die Klassen zwischen 70-90 Kindern, da wüsste ich auch nicht, wie ich da individuelles Lernen organisieren soll. Ich hab mich mit ein paar Lehrerinnen unterhalten und sie meinten, dass die Klassenstärken vor allem dazu führen, dass man nur mit denen arbeitet, die mitkommen und die halbwegs was drauf haben. Zusätzlich herrscht dann auch noch Lehrermangel und sie erhalten oft monatelang ihr Gehalt nicht. Man muss schon sehr motiviert sein, wenn man das Unterrichten dann ernst nimmt…

 

Aber zurück zu den Projekten der Umweltbildungsklubs:

 

  1. Biologischer Anbau von Bananen und Kochbananen (Plantain)

k640_k1024_dsci0057.JPGDieses Projekt wird besonders spannend. Vor allem da es Studien gibt, dass die Plantain am besten mit natürlichem Dünger wächst – mal sehen! Die Kinder hier hatten von Anfang an die Idee den Bioanbau auszuprobieren. Leider konnten wir bisher noch nicht pflanzen, da wir die Setzlinge für Plantain erst vorbestellen mussten und zudem verzweifelt auf der Suche nach Bananensetzlingen sind. Bananen isst man hier nämlich nicht so viel, denn wenn man das muss, dann ist man arm. So erklärt es zumindest Beltha. Und die riesigen Bananenplantagen produzieren alle nur für’s Ausland, oft sind sie betrieben von Europäern.

Im April geht hier also die Pflanzung los – wir werden berichten!

 

  1. Schulverschönerung durch Blumen

Drei der Schulen wollen zudem auch Blumen in ihrem Schulgelände pflanzen – eine schöne Idee, denn so können die Kinder etwas über die verschiedenen Blumen und ihren Nutzen lernen und zudem hilft es beim Müllmanagement (so hoffe ich zumindest), da man dann möchte, dass das Schulgelände schön und sauber aussieht. Wir werden sehen!

 

  1. Besuch im ans Dorf angrenzenden Gorilla-Wald

M’muock Fosimondi erstreckt sich nach dem Palast nach unten noch über mehrere Kilometer ins Tal, dort ist ein riesiges Regenwaldstück, das die Organisation ERUDEF und einige Dörfler vor Abholzung bewahren wollen (aber nicht indem sie einen Nationalpark draus machen, sondern indem die Gemeinschaft den Wald selbst schützt – ehrgeiziges Ziel würde ich sagen, aber so haben sie dann wenigstens noch die Möglichkeit selbst über den Teil mitzubestimmen). Der Grund für den Schutz des Waldes ist unter anderem der Schutz des CrossRiver Gorilla, von dem hier eine kleine Gruppe lebt (nur noch 350 Exemplare existieren Weltweit).

Dort möchte eine der Schulgruppen einen Ausflug hin machen mit dem lokalen Guide, und mehr über den Gorilla aber auch über die anderen Tier und Pflanzenarten im eigenen Wald lernen. Die Kinder möchten das Ganze dokumentieren, Fotos machen (dazu werden sie sich eine Kamera ausleihen) und einen kleinen Film über die Vögel dort drehen. Eine tolle Sache! Hinterher möchten sie ihren Mitschülern berichten und den Film zeigen und evtl. eine kleine Ausstellung mit den Fotos machen.

Meiner Ansicht nach eine wunderbare Idee! Ich bin gespannt auf den Film und die Fotos J

 

  1. Konstruktion von erneuerbaren Energieanlagen

cimg4279.JPGZwei der Gruppen der weiterführenden Schulen möchten sich gerne in der Konstruktion von erneuerbaren Energieanlagen versuchen. Da sie bisher aber sehr wenig über erneuerbare Energien und die Möglichkeiten wissen, haben wir uns gedacht, dass es erstmal sinnvoll wäre, wenn die Kinder sehen, was überhaupt möglich ist. Dazu sollen sie auf einen Besuch zu Acrest fahren. Acrest hatten wir im November schon mal beschrieben, es ist eine kamerunsche Organisation, die einen schönen Showroom gebastelt hat mit Biogasanlage, Wind und Wasserturbinen, all möglichen verbesserten Kochern usw. – und die Organisation ist nur 2,5 h Autofahrt vom Dorf weg. Also werden wir eine kleine Gruppe in einen Bus einladen und dort hin fahren. Danach werden wir den Schülern so einige Bauanleitungen und Theoretischen Materialien da lassen und sie sollen sich dann bis nächstes Schuljahr entscheiden, welche Anlage sie bauen wollen. Die Materialien werden wir ihnen dann zur Verfügung stellen.

Es bleibt spannend! Wir werden vom Besuch berichten!

 

  1. Müllmanagement

Wieder eine andere Gruppe einer der weiterführenden Schulen möchte sich mit dem Thema Müllmanagement befassen. Dazu werden wir ihnen zunächst ein Kompost-Training anbieten und dann jede Menge Anleitungen, Manuals und Geschichten aus Afrika zum Thema Müll und den Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann geben. Aus den theoretischen Unterlagen, sollen sie dann selbst eine Projektidee entwickeln. Auch hier bleibt es spannend J

 

 

Die Themen sind weit gefächert – ist wirklich jede Menge dabei! Ob alle so enthusiastisch dabei bleiben wird sich noch zeigen müssen. Sollte das Interesse bei einigen nachlassen, oder Ungereimtheiten entstehen, werden wir uns auf die fokussieren, die weiter machen möchten.

 

Zweite Zielgruppe: Frauengruppen

Für die Frauen (und interessierte Bauern) bieten wir Trainings zum Thema Kompostierung, Bodenanreicherung durch natürlichen Dünger und Mischkulturen, Fruchtwechsel, usw. an. Zudem haben wir drei konkrete Projekte ausgewählt, die wir die nächste Zeit verfolgen möchten. Dazu hatten wir ja im Februar einen Workshop mit den Frauen (siehe Blogeintrag vom Februar).

Die Themen sind: Sojabohnen, Jatropha und verbesserte Kocher.

 

Verbesserte Kocher

Das Thema ist ein leidiges. Denn es gibt keinen geeigneten Ton im Dorf. Daher suchen wir derzeit weiter nach anderen Lösungen wie man vor Ort einen Kocher bauen könnte. Das Thema ist jedoch in der Priorität etwas nach hinten gerutscht, da derzeit Pflanzsaison ist und zunächst die Pflanzen in die Erde müssen. Es ist aber nicht vergessen, sondern wird einfach leider noch etwas länger dauern…

 

(Bio)-Sojabohnen

Da Sojabohnen zum einen dem Boden helfen (bringen Stickstoff) und zum anderen sehr nährreich sind, bieten wir den Frauen ein Training im Anbau und den Verkauf der Samen an. Und zum anderen ein Training wie man dann hinterher Sojamilch, Sojajoghurt und andere Produkte daraus machen kann.

Ursprünglich wollten die Frauen lernen wie man Speiseöl daraus macht. Das ist auch weiterhin langfristiges Ziel. Wir wollen aber zunächst einen Erntezyklus abwarten um zu sehen, wie sich die Bohnen so machen, wie viel Ernte da ist und wie das langfristige Interesse der Frauen ist. Dann sollen sie sich zu einer Kooperative zusammenschließen und wir helfen ihnen eine Mühle zu erwerben, mit der sie das Öl produzieren können. Das ist aber erst der zweite Schritt. Die Mühle sollen sie dann auch gemeinsam abbezahlen.

 

Jatropha – los geht’s

cimg4177.JPGJatropha kann man als Hecke anpflanzen, sie hilft zum einen die Erdrutschgefahr zu mildern und zum anderen braucht sie kaum Nährstoffe oder Pestizide. Nach drei Jahren produziert die Hecke Nüsse aus denen man Öl zur Seifenproduktion machen kann (oder man kann es in Liszter Motoren als Treibstoff verwenden). Der Presskuchen dient als natürlicher Dünger.

Das Projekt ist so aufgebaut, dass wir die Pflanzen kostenlos zur Verfügung stellen und die Frauen dann ab der ersten Ernte 50 Prozent ihrer Ernte jährlich an Nkong Hilltop abgeben. Nkong kann damit das Projekt in andere Gebiete ausweiten oder selbst Öl produzieren und aus dem Verkauf Einkommen für das Umweltbildungsprojekt generieren. Damit wir den Frauen eine Mühle und Wissen wie man Öl und Seife daraus produziert zur Verfügung stellen, machen wir es zur Bedingung, dass sie sich als Kooperative formieren.  Die Kooperative soll nur für Frauen sein, zum einen um sie etwas besser zu stellen und ihnen weitere Einkommensmöglichkeiten zu schaffen und zum anderen, um das Management zu sichern, denn sie tendieren bekanntlich dazu weniger dazu Gelder zu versaufen und wenn sie unter sich sind, kann sie auch keiner der Männer in Machtspielchen mit verwickeln. Zudem haben die Männer bisher schlechte Erfahrungen mit Kooperativen gemacht, sie wären sicherlich sehr skeptisch, das könnte die Initiative in Gefahr bringen.

Das Thema Kooperative, Sojabohnen und Jatropha wird alles im Jahr 2009 angeleiert und im Jahr 2012 haben wir dann die erste Ernte. Derzeit erarbeiten wir noch Mechanismen wie wir sicherstellen können, dass die Frauen über die drei Jahre auf ihre Pflanzen gut aufpassen!

 

Nachhaltigkeit – Längerfristiges Engagement notwendig

k640_k1024_dsci0065.JPGEs zeigt sich also – Umweltbildung ist mit diesem Projektzyklus nicht abgeschlossen. Zunächst werden wir diese Projekte mit dem jetzigen Projektbudget starten, dazu zählen die Trainings, der erste Sojabohnenzyklus, die Pflanzung von Jatropha und die ersten Tests mit Kochern und die Unterstützung der Schulklubs für dieses und nächstes Schuljahr. Ab 2010 werden wir für die Unterprojekte Schulklubs und Jatropha, Soja und Öl- und Seifenproduktion sowie Kocher eigene Projektpläne und Budgets zusammengestellt. Mehr dazu aber in unserem Zwischenbericht und dann Ende des Jahres in neuen Projektplänen!

 

Regenwasserzisternen und Tröpfchenbewässerung

cimg5122.JPGIn unserem Plan B hatten wir ja auch vorgesehen, dass wir den Handwerkern aus dem Wind- und Wasserkraftprojekt zeigen wie man mit Hilfe von Wind und Wasserkraft Wasser pumpen kann. Wir haben nach langen Überlegungen beschlossen, dass dies keine gute Idee ist, da davon nur die „Bigmen“ profitieren würden, die dann noch mehr des Wassers nutzen als bisher schon. Es muss eher eine Lösung gefunden werden, bei der Regenwasser in der Regenzeit gesammelt werden kann und in der Trockenzeit genutzt werden kann. Dazu wollen wir in zwei der Schulen Modellanlagen installieren, die mit einfachen Mitteln und kostengünstig von Kamerunern gebaut werden. Wir finanzieren lediglich die Materialien. Die Arbeit kommt von der Dorfgemeinschaft. In den Modellanlagen zeigen wir wie man mit den Zisternen und Tröpfchenbewässerung über die Trockenzeit kommen kann und werden eine Infotafel installieren, die Kosten, Materialien und Kontaktadressen von Technikern beinhaltet, so dass Interessierte aus dem Dorf sich eine eigene Anlage bauen können. Somit würde, wenn es denn klappt, mehr Wasser gesammelt werden und die Lage an den kleinen Strömen und Flüssen würde sich evtl. etwas entspannen – so die Theorie – mal sehen, ob es klappt!

 

Haben wir die erneuerbaren Energien und unseren ersten Projektplan vergessen? NEIN!!!

Keine Sorge – die Wind- und Wasserturbinen haben wir nicht vergessen – die stehen nach wie vor in M’muock und werden dort gestestet – wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse haben wir dabei schon gewonnen. Dazu auch mehr in unserem Zwischenbericht, der in den nächsten Woche erscheint!

Und die Vorbereitungen für die Trainings in Ndongwe zur Wasserturbine und das Multipliertraining für weitere Techniker laufen auf hohen Touren. Johannes und Edwin werden dazu bald mehr berichten!

 

Soweit also erst mal wieder aus M’muock Fosimondi, mehr zur Frauenpower und den Umweltklubs gibt’s wieder Anfang Mai, nachdem wir die restlichen Samen gesät haben und die restlichen Workshops abgehalten haben!

 

Alles Liebe

 

Eure Conny

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